Jungpferdetraining

Ein junges Pferd zum Reitpferd zu erziehen, ist eine sehr große Herausforderung, der ich mich aber gerne stellte, auch wenn ich damals bei Halan noch keinerlei Erfahrung damit hatte. Bekanntlich wächst man ja mit seinen Aufgaben.

Als Halan bei mir ankam, frisch kastriert, noch mit teils offenen Narben, war er praktisch gesehen roh. Man konnte ihn am Halfter führen und anbinden sowie seine Hufe säubern und ausschneiden. Das war schon sehr viel. Die Probleme kamen später erst und waren – vom heutigen Standpunkt aus – hausgemacht.

Noch beim Züchtern hatte ich den jungen Araber ein paar Runden um die Wiesen geführt. Dabei zeigte er sich sehr brav und willig. Nur bei mir am Stall ging dann etwas schief, das uns die nächsten Jahre weiterhin Kummer und Sorgen machen sollte: erst einmal verletzte Halan sich schon in den ersten Tagen auf der Weide dort, eine tiefe Wunde am Vorderbein, vielleicht von einem Tritt, das habe ich nicht heraus gefunden. An Arbeit war die nächsten Wochen nicht zu denken. Die Wunde heilte schlecht, da sie an einer sehr ungünstigen Stelle, vorne auf dem Knochen saß und immer wieder aufplatzte. Sie hatte auch nicht mehr genäht werden können, denn als der Tierarzt sich die Verletzung ansah, sagte er , sie sei schon zu alt zum Nähen.

Die Wunde heilte irgendwann und ich konnte anfangen mit dem Spazierengehen. Und da geschah das Malheur: Halan erschreckte sich vor einem Auto und sprang neben mir fast in den Straßengraben. An sich kein ungewöhnliches Ereignis, aber für mich war es prägend: fortan war ich an Straßen übervorsichtig und mied eigentlich den Verkehr.

Halan war in einer sehr verkehrsarmen Gegend aufgewachsen, Traktoren und Landmaschinen kannte er nicht. Da der Stall auf einem Landwirtschaftsbetrieb liegt, musste er zwangsläufig mit all den Krachmachern und unheimlichen mechanischen Dingen konfrontiert werden. All das machte ihm Angst – und ich bekam Angst vor seiner Angst. Das war schlecht.

Denn später beim Reiten musste ich immer dem Verkehr ausweichen oder absteigen, wenn ein größeres Fahrzeug kam. Das war ich aber selbst schuld. Ich war einfach zu ängstlich und die Angst übertrug sich auf das junge Pferd, das dann nicht genug Selbstvertrauen hatte und dem die Führung fehlte.

Selbst einfache Pkw, wenn sie von vorne kamen, beunruhigten mich. Halan sprang öfter mal zur Seite, und um Gullideckel und dunkle Pfützen auf dem Boden machte er einen großen Bogen. Wenn man im Gelände auf gerader Strecke galoppierte, musste man immer mit Hakenschlagen rechnen. Vor allem bei dunklen Stellen auf dem Boden. Durch Wassergräben bekam ich Halan nur mit großer Überredungskraft und meist sprang er darüber.

Erst im Alter, nach vielen Ausritten als Handpferd, war er so gelassen, wie ich es immer gewünscht hatte: neben der Stute lief er souverän sogar an Mähdreschern vorbei ohne mit dem Ohr zu zucken. Erst aber dem Alter von ungefähr 10 Jahren – und durch die Hilfe einer unerschrockenen Reitbeteiligung! – wurde er gelassener im Umgang mit dem Verkehr. Trotzdem habe ich mit ihm schöne lange Ausritte gemacht und die Umgebung des Stalls erkundet. Als ich mir dann doch einen Hänger gekauft habe – den ich jedoch selten nutzte und der dann wegen der Nichtbenutzung durchfaulte – bin ich sogar ein paar Mal zum Reiten in eine andere Gegend gefahren, unter anderem auch in den Wald des Verleihstalls, dort gibt es wunderbare Sandwege.

Dem armen Halan habe ich in seinen ersten Jahren viel zugemutet. Oft war ich genervt und ungeduldig, es gab – ja leider – auch schon mal Klatscher mit Zügeln und Führstrick auf den Hals, wenn er sich gegen eine ihm unverständliche Maßnahme meinerseits sträubte. Es tut mir unendlich leid. Ich war einfach zu unerfahren. Wie alle sensiblen Pferde konnte Halan mit zuviel Druck nicht umgehen, er wollte gefragt und nicht bedrängt werden.

Ich habe ihm dann später – als ich wegen Schwangerschaft und Kleinkind nicht mehr die Zeit fürs Reiten hatte – viele verschiedenen Fremdreiter zugemutet. Darunter auch ein Pseudo-Westernreiter, der ihn sogar einmal zu einem Westernturnier meldete. Danach wollte Halan nicht mehr in einen Hänger einsteigen. Ich habe den anderen Leuten und ihrer Kompetenz vertraut, aber heute würde ich ein junges Pferd nicht mehr aus der Hand geben und Reitbeteiligungen schau ich mir genau an.

Irgendwann fing Halan dann an sich zu wehren. Einmal ging er durch im Galopp mit einer Stallkollegin, die ihn damals hin und wieder ritt und einmal mit mir. Das war ganz schlimm, weil er in seiner kopflosen Panik durch mehrere Weidedrähte lief und sich die Hinterbeide zerschnitt. Ich fürchtete in dem Moment wirklich um mein Leben, weil ich dachte, er läuft gegen die geparkten PKW und die Hauswände. Aber die Leute vom Stall konnten ihn bremsen. Er blutete stark an den Hinterbeinen, doch es war keine Sehne betroffen und die Wunden heilten wieder. Danach kam für mich keine Reitbeteiligung auf ihm mehr in Frage und ich wechselte auch das Stangengebiss, das so hochgepriesen wurde zur Ausbildung junger Pferde( man nennt es auch LTJ-Gebiss, nach Linda Tellington-Jones, die es in ihrer Methode enmpfiehlt). Er hatte es ohne hin nicht gemocht, hatte sich immer einen Schenkel davon ins Maul gezogen, wahrscheinlich tat es mit seiner hohen Zungenfreiheit ihm im Maul weh. Ich benutzte danach erst ein Greg Darnell Gebisss und am Schluss nur eine einfaches doppelt gebrochenes Snafflebit.

Nicht alles, was in Büchern steht, ist auch hilfreich. Es kommt immer auf die jeweilige individuelle Situation an. Das habe ich daraus gelernt.

Pferdausbildung–nur was für Profis?

Ich habe meine zwei Jungpferde mit professioneller Unterstützung selbst ausgebildet. Dennoch habe ich Fehler gemacht, vor allem aus Ungeduld. Ich wollte zu schnell zu viel. Mir ging das oft zu langsam voran mit den Fortschritten.

Mit dem ersten eigenen Pferd fing ich auch an mir Gedanken über Reitweisen zu machen. Sabrina ritt ich fast nur gebisslos, da sie sehr empfindlich auf Druck im Maul reagierte.

Viele Jahre war ich Abonnentin der “Freizeit im Sattel”, (bis die Zeitschrift eingestellt wurde), auch schon bevor ich selbst Pferdebesitzerin wurde. Im Jahr 1986 trat ich der Vereinigung für Freizeitreiter bei, die sich für freies Reiten in Wald und Feld und pferdeschonende Reitweisen einsetzt. Mit den traditionellen Reitvereinen konnte ich wenig anfangen. Trotzdem trat ich später dem Reitverein bei, der nahe an meinem Stall residiert, aber vor allem, weil ich die neu gebaute Halle dort nutzen wollte. Außerdem wollte ich da für meinen Reitstil “missionieren”, hatte damit allerdings kaum Erfolg. Was ich allerdings in Gang setzen konnte, war die Ausrichtung eines jährlichen “Orientierungsritts”, den ich anfangs auch noch zum großen Teil  organisierte. Ansonsten wurde meine Reitweise belächelt oder misstrauisch beäugt. In unserem Stall bin ich die einzige, die mit Westernsattel unterwegs ist. Es ist auch schwer eine Reitbeteiligung zu finden, die für das Reiten im Westernsattel und den Reitstil offen ist. Aber zum Thema Reitbeteiligungen komme ich später noch in einem anderen Beitrag, das ist ebenfalls so ein Kapitel für sich.

Durch die “Freizeit im Sattel” kam ich auch die TTEAM-Methode von Linda Tellington-Jones und wurde auf das FS-Testzentrum in Reken aufmerksam.

Dort traf ich Claus Penquitt und war von seiner Reitweise, wie auch von seiner sehr humorvollen Art sehr beeindruckt. Mit Halan besuchte ich zwei Kurse. Einen davon, als ich Halan gerade an den Reiter gewöhnte, wahrscheinlich auch noch viel zu früh. Denn er war in dem Kurs ziemlich zappelig und nervös. Aber wir hatten eine Grundlage zum Weiterarbeiten.

Angeritten habe ich Halan zuerst alleine nach einem Buch über das Westernreiten, ohne Anleitung. Ein bisschen wusste ich vom Stall Leckebusch, wo die Stute meines Partners zum Beritt war. Mein Partner begeisterte sich voll für das Westernreiten, ich glaube, das war für ihn vor allem diese Marlbororomantik: der Cowboy am Lagerfeuer nach einem harten Ritt auf seinem treuen Pferd….oder so ähnlich. Dabei brach ich mir übrigens den kleinen Finger am Sattelhorn. Seitdem trage ich beim Reiten immer Handschuhe und keine Ringe mehr, aber seit vielen Jahren trage ich überhaupt keinen Schmuck mehr.

Ich identifizierte mich ebenfalls zunächst mit dem Westernstil und dem dazu gehörenden Outfit. Ich ritt mit Hut und Chaps… wie peinlich, denke ich heute…Einmal, im Jahr 1991, fuhr ich sogar nach Augsburg zur Americana . Nur als Zuschauerin, versteht sich.

Heute reite ich mit Helm, Handschuhen, und Jodphurreithose und -stiefeletten, es sieht eher nach Gammellook aus, meine Stallarbeitskleidung, auch nicht immer sauber. Aber ich gehe damit trotzdem einkaufen. Das macht mir nichts aus. Es ist halt oft sehr matschig im Offenstallpaddock.

Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich jeglichen Leistungssport mit Pferden sehr kritisch. Den Westernpferden geht es nicht besser als den Dressur- und Springpferden, in Deutschland allemal noch besser als in den USA. Sie führen ein sehr eingeschränktes Leben und das Training ist doch oft ziemlich grob bis brutal. Natürlich gibt es hier auch gute Trainer mit sanfteren  Methoden…Da hat sich in den letzten Jahren viel getan, aber im Sport geht es vor allem um Geld und Prestige, oft zu Lasten der Pferde. Turniere reiten war nie mein Ding, außer mal früher vereinzelt so ein Spaßturnier für Freizeitreiter. Mir fehlte da auch jeglicher Ehrgeiz zu gewinnen.

Lediglich die Freizeitreiterakademie konnte mich dauerhaft überzeugen. Leider ist Claus Penquitt nicht mehr aktiv, er ist in den Ruhestand getreten, aber seine Methode wird von einigen autorisierten Trainern immer noch gelehrt und wurde auch weiter entwickelt, bzw. von den Lehrern der Barock- und spanischen Reitweise  vermittelt, Penquitt schuf eine Synthese zwischen dem altkalifornischen und dem klassischen Reitstil. Ziel war ein entspanntes und harmonisches Freizeitreiten.

Ich profitiere heute noch davon.

Muss allerdings meinen Andalusier-Macho noch von dem Sinn der Methode überzeugen. Dazu dann ein anderes Mal.

Pferdeliebe = Liebe Pferde ?, Teil 2

Ich hatte mir für die freien Tage um Ostern soviel vorgenommen. Mit den Pferden zu arbeiten. Im Winter komme ich nicht zu regelmäßiger Arbeit, in den Monaten November bis Februar ist so gut wie nichts möglich, da es um 17 Uhr schon dunkel wird und ich erst abends Zeit habe zum Stall zu fahren. Ich habe auch keine Halle zur Verfügung. Der Reitplatz ist unbeleuchtet und eignet sich aufgrund des tiefen Bodens allenfalls mal zum Longieren.

Da bleibt nicht mehr viel als die Pferde vom Auslauf in den Offenstall zu bringen, sie zu putzen und zu füttern. Und das bei jedem Wetter. Wenn ich mal nicht kann, dann bereite ich das Futter für den nächsten Tag schon vor. Die Stute hatte  im Sommer 2013  einen heftigen Reheschub und nun bekommt sie getreidefreies Futter und Heu. Im Sommer kann sie trotz der Rehegefahr normal auf die Weide, aber eben nur den halben Tag, den Rest steht sie im Paddock. Seither hatte sie keine Rehe mehr und kann auch normal geritten werden, ohne Beschlag.

Im jetzigen Winter fing sie allerdings an, auf den Hinterbeinen stark zu lahmen, ich musste noch einen Tag vor Heiligabend den Tierarzt bestellen. Er konnte aber nichts finden, denn sie lahmte in einem Moment so stark, dass sie nur noch auf 3 Beinen lief, nach einigen Minuten lief sie jedoch wieder normal. Er sagte, es gebe einProblem mit dem Knie, eventuell springt die Kniescheibe heraus.

Ich habe den Verdacht auf Arthrose, aber es könnte auch eine Muskelschwäche sein. Für das kommende Wochenende habe ich eine Ostheopathin bestellt, sie soll sich die Stute mal ansehen. Denn an manchen Tagen sieht man nichts und an anderen Tagen wieder deutlicher.

Aber das wollte ich jetzt gar nicht erzählen. Zu den Krankheiten und Wehwehchen meiner Pferde mache ich noch einen extra Beitrag.

Ich wollte nur erzählen, dass ich eigentlich soviel machen wollte über die Ostertage, aber aufgrund des Wetters mal wieder nicht dazu gekommen bin.

Die Stute sollte laut Tierarzt ruhig im Schritt geritten werden, bei Arthrose ist das auch sinnvoll. Sie bekommt jetzt MSM als Futterzusatz und noch Zink/Vitamin E. Das hat schon ein bisschen geholfen. Einige kurze Ausritte waren denn auch möglich, allerdings noch viel zu wenig.

Die Scheckin ist ein absolutes Verlasspferd. Sie hat auch Temperament, das kommt von dem arabischen Vater, aber sie verfügt über  ein absolut gutmütiges Naturell und hat auch so gut vor nichts Angst. Hin und wieder erschreckt sie sich vor einem auffliegenden Vogel im Gebüsch, oder wenn es auf der gewohnten Strecke mal Veränderungen gibt: letztens z.B. alte Möbel, die vor einem Haus für den Sperrmüll standen. Da brauchte es noch viel Überzeugungskraft, bis sie letztendlich doch vorbei ging.

Sie war auch immer schon unproblematisch. Ich hatte sie mit eineinhalb Jahren von der Züchterin auf meinen  Pferdehof geholt, auch deshalb, weil die Züchterin weiter weg umziehen wollte. Vorher hatte ich schon angefangen mit dem Stutfohlen zu arbeiten, vor allemputzen, halftern, spazieren gehen. Das war allerdings nicht so einfach, da ich nicht jeden Tag zu ihr fahren konnte – hatte noch andere Verpflichtungen und die beiden anderen Pferde – und so brauchte es lange, bis sich ein Vertrauensverhältnis einstellte. Als  Fohlen war Schecki nicht einfach, eher Widlwuchs. Sie versteckte sich gerne hinter ihrer Mutter, wenn ich kam. Es war leider auch nicht möglich, mit ihr auf dem Hof zu arbeiten, ohne die Mutterstute. Und der Züchterin machte ich wohl zuviel Unruhe und störte den gewohnten Ablauf. Dazu kam, dass ich immer meinen damals erst zweijährigen Sohn dabei hatte, auf den ich auch noch aufpassen musste. Das waren nicht die besten Umstände, aber es hat auch nicht geschadet.

Einen Teil der Erziehung besorgte allerdings  die Züchterin, denn das wilde Fohlen sollte noch zur Fohlenschau und musste vorher halfterführig sein und die Hufe geben. Schon in ganz frühem Alter lernte Schiecki die Hufe zu heben und ausschneiden zu lassen. Sie wollte alber erst nicht auf 3 Beinen stehen. Besonders das rechte Hinterbein gab sie ungern. Und genau das Bein ist es auch, auf dem sie jetzt lahmt. Sie hatte damit auch einmal einen Weideunfall. Ich weiß nicht mehr genau, was passiert war, jedoch hatte sie an dem Bein eines Tages eine Wunde und lahmte stark. Vielleicht war sie von einem anderen Pferd/Fohlen getreten worden. Alles heilte wieder, aber es blieb ein “Überbein” zurück. Damit hatte sie weiterhin keine Probleme. Es war wohl eher immer eine Kopfsache, dass sie an dem Bein empfindlich blieb.

Sie ist beim Longieren auch einmal ausgerutscht – aber das war viel später, da war sie schon 15 und hatte sich dadurch an dem Bein vertreten. Seitdem reagiert sie dort noch empfindlicher. Vielleicht ist es auch nur eine Kopfsache. Wenn ich sie so beobachte, sieht es oft so aus, als hebe sie das Bein hoch, wenn sie verspannt und gestresst ist. Mal sehen, was die Ostheopathin sagt. Vielleicht kann sie das Problem lösen.

So ein Fohlen zu erziehen, ist schon eine Herausforderung. Da kann man viel falsch machen. Jahrelang lief Schecki noch vor mir weg und versteckte sidh hinter anderen Pferden auf der Weide, das hatte sie ja schon in ganz frühem Alter als Strategie entwickelt, der Arbeit zu entkommen. Ich habe es erst nach über 10 Jahren durch Geduld und Bestechung geschafft, dass sie auf der Weide stehen bleibt und sich das Halfter anziehen lässt. Aber wenn das Gras besonders frisch ist, hab ich keine Chance.Oder den längeren Atem. Da kann es schon mal eine Weile dauern, bis Ihre Hoheit sich herab lässt, mir zu folgen. Doch inzwischen geht es immer schneller, bis sie nachgibt.

Als Fohlen mochte sie es auch nicht angebunden zu sein und hat mehrere Halfter zerrissen. Sie wollte vor allm nicht alleine sein. Das hat sich heute sehr gebessert, aber manchmal wird sie noch sehr ungehalten, wenn die anderen Pferde außer Sichtweite sind. Dann “macht sie sich die Hosen vopll”, also äppelt aufgeregt und wiehert sich die Seele aus dem Leib.

Weidetore waren auch so ein Problem. Sie musste da immer ganz schnell hindurch, egal, ob der Mensch dort noch im Weg stand oder nicht. Als Fohlen hatte sie wohl mal versehentlich so ein Tor auf den Po geknallt bekommen, das prägte sie noch lange danach. Heute ist aber ein Weidetor gar kein Thema mehr.

Beim Anreiten später hatte ich Hilfe von einer Trainerin, die die Methode der Freizeitreiterakademie nach Claus Penquitt vermittelte. Hier lief alles relativ problemlos ab, solange man sich an de Regeln der Freizeitakademie hielt: wenig Hilfen. Heute läuft Schecki im “Automaticbetrieb”, fast wie von alleine. Nur mit minimalen Hilfen. Ein ganz tolles Pferd, wie schon gesagt.

Vom Typ her könnte man sie für ein Paint halten, aber sie ist ein Vollblutaraber-/Welshcob/Dänischer Pintomix, der Muttervater hat leider keine Abstammung.

Eigentlich hatte ich sie für meinen Sohn gekauft, der war 2 Jahre alt, als ich Scheckin fand. Aber wie das bei Jungen so ist, er iwollte nicht in meine reiterlichen Fußstapfen treten, Ab und an hat er mal auf Halan gesessen, bis er eines Tages von diesem eher zufällig abgeworfen wurde. Da prellte er sich den Rücken und ab da wollte er nicht mehr aufs Pferd. Halan war in seinen frühen Jahren nicht einfach und vor allem sehr schreckhaft. Daran – wie ich später noch schildern werden – war ich zum großen Teil selbst schuld, da ich ihm nicht die nötige Führungsstärke vermitteln konnte. Das besserte sich erst im Alter, als er nicht mehr regelmäßig geritten wurde. Heute würde ich ganz anders an die Sache heran gehen, aber – hinterher ist man immer schlauer….

Pferdeliebe = Liebe Pferde?

Pferde lieben und hegen und pflegen, das alleine reicht nicht aus. Ein Pferd ist ein Herden- und Fluchttier, dass meist erst rennt und danach (vielleicht) denkt, das erst lernen muss keine Angst zu haben vor Dingen, die der Umgang mit Menschen mit sich bringt.

Jedes Pferd hat seinen eigenen Charakter und auch seine eigene Persönlichkeit, die aus Genetik, Rasse, Temperament, aber auch Erfahrungen und Traumata ensteht. Insofern hat jedes Pferd auch seine ganz persönlichen “Macken”, die den Umgang und das Reiten manchmal zu einer Herausforderung werden lassen.

Beispiele gibt es genug. Fangen wie mal mit dem verrückten – oder vielleicht nur traumatisierten – Norweger meines ehemaligen Partners an:

Der kam – wie viele Schulpferde – vom Händler, über seine Vorgeschichte ist nichts bekannt, auch der oder die Vorbesitzer blieben anonym, da Pferdhändler niemals Informationen über ihre Geschäfte preis geben.

Jedenfalls landete Bert in dem Stall, wo ich auch Sabrina gefunden hatte. Beide kamen übrigens von demselben Händler, da dieser den Stall schon seit jeher mit Schulpferden belieferte.

Nun ja denn, also da war Bert. Sehr süß anzuschauen, mit seinem eingerissenen Ohr, dem ein Stück fehlte.Niemand wusste, woher diese lange schon verheilte Verletzung stammte, kann auch ein Weideunfall gewesen sein, vielleicht hatte er auch schon schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Sogar sehr wahrscheinlich. Es sah so aus, als sei das Ohr abgerissen oder -gebissen worden. Leider kann ein Pferd nichts erzählen, wenn es das könnte, wäre es sicher sehr aufschlussreich…

Jedenfalls entpuppte sich Bertie als Schlitzohr höchsten Grades: jeden Reiter setzte er ab: er rannte einfach zurück zum Stall, ganz gleich, was der Mensch oben auf ihm noch vorhatte. Mein Freund ließ sich dennoch überreden ihn zu kaufen, er hatte sich in den kleinen „Verbrecher“ anscheinend verliebt. Als Schulpferd war der auf keinen Fall geeignet.In meiner damaligen Anfängernaivität bin ich auch ein paar Mal drauf gestiegen, mit ist nichts passiert, ich mag heute auch noch Norweger, die sind klein, handlich, dabei aber sehr kräftig.

Mein Freund versuchte alles, aber nichts half. Er kaufte sogar einen Westernsattel, da auf dem Hof damals gerade jemand sein Pferd auf Western schulen wollte. ( richtig Ahnung hatte der aber auch nicht, war ebenfalls noch Anfänger). In der 80gern des 20. Jahrhunderts galt das Westernreiten in Deutschland noch als sehr exotisch und wer sich damit ernsthaft auseinandersetzte,  wurde misstrauisch beäugt, wenn nicht als Freizeitcowboy verspottet.

Bert schaffte es  immer öfter, seinen Reiter auf höchst riskante Art loszuwerden, zum Teil rannte er in der Halle mit voller Absicht an die Bande, und versuchte dort den Reiter einfach abzustreifen. Im Gelände ging er nur soweit er wollte und niemals alleine. Mit einem anderen Pferd zusammen, also vor allem mit Sabrina, konnte man ihn im Gelände einigermaßen reiten, aber alleine war lebensgefährlich. Er raste einfach durch das Dickicht davon, wenn es ein musste, quer durch den Verkehr. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Mein Freund mochte den Rüpel, aber irgendwann hatte er aber auch genug von dem Theater und war mit seinem Latein am Ende. Er traute sich einfach nicht mehr aufzusteigen, zumal er ja auch kein geübter Reiter war. sondern  nur ein paar Reitstunden genommen hatte  und ansonsten war er Autodidakt. für ein Problempferd wie Bert fehlte uns beiden die Erfahrung.

Wir fanden per Zeitungsinserat einen Interessenten. Der war dann auch genau der Richtige. Wir hielten noch eine Weile den Kontakt und stellten fest, dass Bertie seinen Herrn gefunden hatte, der ihm die Macken nicht mehr durchgehen ließ. Wahrscheinlich haben die beiden sich durch Geduld und Konsequenz zusammen gerauft.

Mein Freund bekam  wenig später  die verletzte Westfalenstute. Die war im Vergleich zu dem Verrückten sehr ruhig und gelassen beim Reiten, nur ging sie nicht richtig vorwärts. Das war aber wohl kein Charakterfehler, sondern eher ein Mangel in der Ausbildung.

Wir brachten sie   in den bekannten Stall Leckebusch im Bergischen Land zum Beritt und das war für mich der Anstoß sich über das Westernreiten mal mehr zu informieren. Es interessierte mich…

Vom Reitstall zum Offenstall: eine Rückblende

Als ich 1986 einen neuen Stall suchte, war ich noch sehr unerfahren. Meine Anforderungen beliefen sich nur auf: 2 Boxen, möglichst Außenboxen, 1 Reitplatz, 1 Halle und 1 Wald in der Nähe.

In der neuen Stadt kannte ich mich damals schon etwas aus, ich hatte dort einige Jahre vorher eine andere Beziehung gehabt. (Wie bereits erwähnt, verirrte sich tatsächlich der eine oder andere Mann in mein Leben, aber das ist eine ganz andere Geschichte und gehört nicht hierher).

Jedenfalls kannte ich den Mietstall schon aus meiner Vor-Pferdebesitzer-Zeit. Das eine oder andere Mal hatte ich  meinem früheren Freund dort ein Pferd ausgeliehen um durch den nahen Wald zu reiten. Das war der große Vorteil dieses Stalls: er liegt mitten in einem ausgedehnten Waldgebiet am Rande des Ballungsraums, es gab und gibt dort schöne und gepflegte Reitwege.

Leider komme ich  heute mit den Pferden nicht mehr hin, ich müsste einen Hänger haben und verladen, das ist mir zu viel Aufwand. Dort, wo meine Pferde heute im Offenstall stehen, gibt es nicht so viel Wald in der Nähe, aber dennoch ein weitläufiges Reitgelände.

im Jahr ´86 jedenfalls fragte ich in dem Waldstall nach Stellplätzen und bekam auch für Sabrina und den psychotischen Fjord Platz. Der Stallbetreiber bot uns sogar an uns kostenlos abzuholen, lediglich gegen Erstattung der Benzinkosten. Das Angebot nahmen wir gerne an. Ansonsten wäre der Transport in den 50 km entfernten neuen Stall sehr problematisch gewesen. Das war aber – abgesehen  vom Reitgelände – das einzig Gute an dem Stall.

Ein Jahr blieben wir dort, von Anfang an war im Grunde klar, dass dieser Stall nur eine Durchgangsstation werden konnte. Zu vieles dort lag im Argen und verursachte großes Unbehagen.

Zunächst einmal mussten wir jeden Tag dorthin um die Boxen auszumisten. Dann gab es keine Weide für die Pensionspferde, das bedeutete: die Pferde standen nur in der Box, wenn man sie nicht selbst bewegte. Für uns beide Berufstätigen – und mein Partner hatte auch noch Schichtdienste – eine große Belastung. Trotzdem waren wir erst einmal froh, dort angekommen zu sein.

Doch es war das Umfeld, das uns erheblich störte und ebenfalls zu einer Belastung wurde:: einmal, dass dort jeder, der kam, sich eins der Schulpferde nehmen konnte, die Reitkenntnisse wurden nicht geprüft. Darauf konnte man unbegleitet in den Wald reiten, musste aber auch vielbefahrene Straßen überqueren. Vor einigen Jahren – lange nach meiner Zeit  –  gab es dort auf der Landstraße sogar mal einen tödlichen Unfall mit den Mietpferden und einem Pkw, der ein Menschenleben kostete und 2 Pferden den Tod brachte. Seitdem, habe ich mir sagen lassen, verlangt der Stallbetreiber die Vorlage des Personalausweises. Ansonsten hat sich an der Vermietpraxis nichts geändert. Mich wundert, dass bisher dort nicht das Veterinäramt oder das Ordnungsamt eingeschritten sind. Es bedeutet ja auch eine Gefährdung der Allgemeinheit, denn die Leihpferde sind alle reiterlich verdorben und für ungeübte Reiter fast nicht händelbar. Sie rennen einfach kopflos nach Hause, wenn sie merken, dass der Reiter oder die Reiterin oben keine Ahnung hat. Die bessere Variante ist noch: sie bewegen sich keinen Zentimenter vom Hof vorwärts. Aber dann kommt der “Chef” mit der Peitsche hinterher und dann rennen sie los. Viele, die sich dort ein Pferd leihen, sind sich sicher der Gefahr nicht bewusst und überschätzen ihre reiterlichen Fähigkeiten, wenn überhaupt solche vorhanden sind. Früher habe ich da Leute in kurzer Hose und Sandalen ausreiten sehen!!

( Ich habe gehört, wenn diese Pferde dann aus Mitleid von kompetenten Leuten gekauft wurden, waren aus ihnen  nach einiger Zeit sehr treue zuverlässige Reitpferde geworden, allerdings musste man mit ihnen konsequent umgehen. Sie kennen alle Tricks im Umgang mit Menschen und wenden sie auch an!)

Der Hof bietet auch heute noch Reiterferien für Kinder an. Allerdings nur mit Begleitpersonal. Ich würde mein Kind nicht dorthin schicken…Ich war lange nicht mehr dort, vielleicht hat sich auch einiges geändert, aber es ist immer noch dieselbe Familie, die den Reitstall betreibt. Und man hört eigentlich nichts Gutes von da…

Damals kaufte der Stalleigner auf allen möglichen Pferdemärkten seine Schulpferde ein und der Umgang mit ihnen war nicht der Sanfteste. Er erwarb auch junge Sportpferde  um sie “auszubilden” und dann zu viel höheren Preisen wieder zu verkaufen. Doch ein Pferd, dass durch diese Hände ging, war sicherlich so traumatisiert, dass es sich nicht mehr für den Sport eignete. Es kamen Sporen, Gerte, Longierpeitschen und alle möglichen Hilfszügel kräftig zum Einsatz. Der Wille des Pferdes musste gebrochen werden um jeden Preis. Damals machte sich noch kaum einer Gedanken über die Psyche des Pferdes, die Pferdeflüsterer waren noch still und der Tierschutz noch nicht so weit wie heute. Das Elend war kaum zu ertragen. Heute ist die Kundschaft eher sensibilisiert und man kann sich solch einen Umgang nicht mehr unbedingt erlauben, wenn man  Gewinne machen will mit den Tieren. Da wird von den potenziellen Käufern sicher genauer hingeschaut.

Eines Tages war eine junge schwarze Westfalenstute in der Halle aus lauter Panik beim Freispringen über die Bande gesprungen und dort hängen geblieben mit dem Vorderbein. Sie hatte eine tiefe Schnittwunde am Gelenk. Der Tierarzt empfahl die Nottötung, aber der Besitzer des Reitstalles wollte wohl das Geld nicht verlieren, dass er für die Stute mit guter Abstammung bezahlt hatte und meinte: warten wir mal ab, vielleicht wird es von alleine wieder gut und schlachten kann man sie später noch.

So stand das arme Tier 3 Monate unversorgt in der Box, die nicht gereinigt wurde, nur hin und wieder eingestreut. Die Wunde eiterte, wurde nicht mehr tierärztlich versorgt. Das fand der Besitzer unnötig und es war ihm zu teuer. Das wäre heute mit Sicherheit ein Fall für den Amtsveterinär geworden. Tatsächlich aber heilte die Wunde.

Mein damaliger Partner hatte den Kampf mit dem Fjord inzwischen haushoch verloren und einen neuen Besitzer gesucht und gefunden: Mit jenem fand auch der Fjord seinen Herr und Meister, wie man so schön sagt: Auf jeden Topf passt ein Deckel.

Mein Freund sah also das Elend der Stute und kaufte sie zum Schlachtpreis. Es war ein sehr hübsches Tier, abgesehen von der dicken Narbe am Vorderbein. Es blieb wie durch ein Wunder nur das verdickte Narbengewebe am Karpalgelenk zurück und sie lief später darauf ganz normal.  Wir sorgten auch für die weitere Behandlung, nachdem mein Freund sie übernommen hatte. Sie hatte Papiere, aber noch keinen eingetragenen Namen und mein Freund gab ihr einen indianischen Namen. Sie war noch roh, also nicht geritten, nur halfterführig.

Als sie ganz gesund war, begannen wir sie einzureiten, denn sie war gerade mal 3 Jahre alt. Es war das 1. Pferd, dass ich selbst ausbildete, wahrscheinlich haben wir dabei auch viele Fehler gemacht, aber es war ein sehr geduldiges Tier und man konnte die Stute schließlich reiten. Besser als den Fjord. Sie war nur am Anfang sehr langsam, ging nicht voran und meinen Freund ärgerte es sehr, dass ich mit meinem vollblütigen Renner immer einen halben Kilometer voraus war.

Abgesehen davon litten wir  nicht nur unter dem nicht tiergerechten Umgang des Stallbesitzers, den wir mit zwangsläufig ansehen mussten, sondern auch unter seinem sehr arroganten Umgang mit der Kundschaft und vor allem uns. Wir hatten nun mal keine edlen Warmblutturnierpferde, sondern einen durchgeknallten Norweger und ein aus dem Schulbetrieb ausgemusterte Vollblüterin mit Handicap.

Auf unseren mangelnden Reitküsten sowie den Handicaps der Pferde sah man dort doch sehr von oben herab, nicht nur der Besitzer, sondern auch manche Mitreiter. Aus dem Spott wurde später fast so etwas wie Mobbing.

Als die Situation im Mietstall sich dann immer mehr zuspitzte und das Verhältnis zum Stallbesitzer sich mehr und mehr verschlechterte, es ständig zu Konflikten und Kontroversen kam, musste schnell eine neue Bleibe her.

Ich fand eine durch ein Zeitungsinserat, es war auch nur eine Notlösung: zwar mit Weidegang, aber direkt neben der Autobahn, zwar noch im Wald, aber doch nahe am Verkehr.

Dort blieben wir nur 2 Wochen, Dann stellte ich fest, dass unsere Pferdeüber Nacht kein Futter erhalten hatten und das führte dann zum Wechsel in den jetzigen Stall, wo ich seit 1987 bin und nun seit 10 Jahren einen Offenstall nutzen kann. Hier ist auch nicht immer alles wie im Paradies, es gibt auch Konflikte, denn ich bin nicht mit allem immer einverstanden,aber ich habe noch keine bessere Alternative gefunden und – was für mich die Hauptsache ist – den Pferden geht es gut dort. Mir fällt es auch schwer mich nach so langer Zeit wieder von dort zu lösen, es ist ein Stück Heimat für mich. Ein Zuhause.

Gefunden habe ich den Stall übrigens auch durch ein Zeitungsinserat, in einem der üblichen Wochenanzeigenblättchen. Er liegt 20 km von meinem Wohnort entfernt, aber das stört mich nicht.

Pferdehandel Teil 3: Scheckin und Macho

Die Scheckstute fand ich auf einem Ausritt im Mai 1995.

Damals ritt ich schon mal in den Nachbarort zur Dönerbude. Am Dorfeingang war mir ein Hof mit Pferden aufgefallen, ich fuhr in dem Dorf auch gelegentlich zum Einkaufen. Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, dass es Araber waren und ein kleines Gestüt. Dann gab es da diese gescheckte Stute mit dem gescheckten Fohlen.

Richtig: diesal musste es etwas Geschecktes sein. Ein gutes Pferd hat keine Farbe, aber Scheckin habe ich mir nach der Farbe ausgesucht und auch nach der Herkunft. Es sollte nämlich arabischer Abstammung sein, das Schecklein. Damals, 1995, waren Schecken gerade in Mode gekommen, aber mir haben gescheckte Pferde schon immer gefallen, eben, weil sie etwas Besonderes sind. ( Zu den Fellfarben komme ich auch noch später, sowie zu der Reitweise). Inzwischen war ich auf die Westernreitweise umgestiegen und dazu passt eben ein geschecktes Pferd, aber mit Araberblut.

Scheckin war beim Kauf 1 Monat alt! So ein junges Fohlen zu kaufen, war schon ein ziemliches Risiko, aber wie ich nun mal bin: mein Herz bestimmte. Und ich habe es heute, 21 Jahre danach, nicht bereut. Scheckin ist mein absolutes Traumpferd geworden. ( Natürlich heißt sie in Wirklichkeit anders, aber Namen sind Schall und Rauch, muss nicht jeder wissen, solange das Pferd noch lebt).

Sie blieb noch eineinhalb Jahre bei der Züchterin, damit sie artgerecht im Herdenverband aufwachsen konnte. Das hatte Vor- und Nachteile, sie war lange eher schüchtern mir gegenüber und lief vor mir weg, aber inzwischen kommen wir sehr gut miteinander aus und sie kommt mir auf der Weide immer entgegen – außer, es gibt gerade ganz frisches Gras.

Mein letztes Pferd, der Spanier, hat einen Migrationshintergrund. Er kam aus Spanien über Frankreich nach Deutschland und zu mir. Ich fand ihn bei Ebay-Kleinanzeigen, ganz in der Nähe von meinem Stall.

Fast 2 Jahre hatte ich im Internet geforscht, es sollte ein Iberer sein. Warum kein Araber mehr? Ich bin inzwischen wohl für einen Araber zu schwer. Die letzten Jahre habe ich Halan nicht mehr geritten, sondern als Handpferd mitgeführt.

Der Spanier, ich nenne ihn jetzt mal hier Macho( der richtige Name tut nichts zur Sache)ist das, was man als „barock“ bezeichnet, schön stabil gebaut.

Warum ein Spanier? Da muss ich wieder mal in der Vergangenheit kramen. Nur soviel: es hängt mit der Reitweise zusammen, die ich mit Halan lernte, mit dem großartigen Lehrer Claus Penquitt, der eine Synthese zwischen klassischer spanischer Reitkunst und dem Westernreiten schuf und vermittelte. Ihm verdanke ich sehr viel, aber dazu komme ich später, im Kapitel über Reitweisen.

Jedenfalls hatte er damals seinen berühmten spanischen Hengst Vigoroso auf einen Reitkurs mitgebracht und ich fuhr später nach Portugal in Urlaub und ritt dort lusitanische Hengste und war über deren Charakter und Eleganz begeistert.

Jetzt sollte es also ein Spanier oder Portugiese sein.

Leider sind reine PRE ( pura raza espaniola) so gut wie unbezahlbar und auch  für mich überqualifiziert, da ich ja nur mal eine Runde im Gelände drehen will, ab und zu auch mal 3 oder 4 Stunden, aber mehr nicht. Keine Halle, keine Reitbahn, nur die Natur.

Die Verkaufsanzeige für Macho kam mir wie für mich gemacht vor: alles war drin, Pferd sollte geländegängig und brav sein, offenstalltauglich, mehr brauchte ich nicht.

Wieder war es Liebe auf den ersten Blick. Macho sah mich und es schien in seinem Gesicht zu stehen: „Ich will dich!“ Die Besitzerin und Verkäuferin sagte auch, dass er sich seinen Menschen aussuchen würde. Viele seien schon zum Probereiten da gewesen, aber es hätte nie gepasst. Mir passte es. Ich verzichtete sowohl auf eine Ankaufsuntersuchung wie auf einen Proberitt. Den ganzen Dezember regnete es wie aus Eimern und da mochte ich mich nicht auf ein fremdes Pferd setzen.

Ich hätte ihn auf jeden Fall genommen, selbst wenn er unreitbar gewesen wäre. Seine Hauptaufgabe ist ohnehin nur , meiner  Stute im Offenstall Gesellschaft zu leisten. Und wenn sie zu alt oder zu krank zum Reiten wird, dann sollte er mein Reitpferd sein. Aber im Moment ist sie noch fit genug um mich spazieren zu tragen.- Ich hoffe, das bleibt auch noch lange so!

Ok, also Kaufvertrag für Macho gemacht und ihn noch ein bisschen über den Hof geführt. Er machte alles prima mit. Am 2. Weihnachtstag 2015 wurde er mir dann  gebracht. Wie es weiter ging, dazu später mal. Leicht wurde das erste Jahr mit ihm nicht und es steckt auch noch viel Arbeit drin. Aber ich liebe dieses Pferd und  würde mich nie wieder von ihm trennen!

so, erstmal soweit, ich muss jetzt zum Stall!

Pferdehandel Teil 2

 

Bisher bin ich chronologisch vorgegangen, aber ich werde nun Gegenwart und Vergangenheit mischen, wenn es zum Thema passt. Die Vergangenheit beschreibe ich in Form eines Rückblicks, das macht das Blog auch lesbarer, weil Bisher bin ich chronologisch vorgegangen, aber ich werde nun Gegenwart und Vergangenheit mischen, wenn es zum Thema passt. Die Vergangenheit beschreibe ich in Form eines Rückblicks, das macht das Blog auch lesbarer, weil immer nur der neueste Beitrag oben steht und man runterscrollen muss, um die logische Reihenfolge zu lesen.

Dies ist ein Blog und keine Biographie.

Alle meine Pferde habe ich aus dem Bauch heraus gekauft. Bei Sabrina war es eine sehr emotionale, aber auch naive Entscheidung. Ein Tierarzt hätte mir sicher abgeraten, aber was soll´s: ich wollte dieses Pferd unbedingt haben.

Ich glaube auch, dass ich mir meine Pferde intuitiv danach aussuchte, die zu meinem Charakter passen. Einige meiner Charakterzüge habe ich in meinen Pferden gespiegelt gesehen, z.B., meine teilweise irrationale Impulsivität ( Mars in Widder im 3. Haus), die mich manchmal über das Ziel hinaus schießen ließ und mich in unangenehme Situationen brachte. So wie meine vollblütigen Pferde eben auch manchmal aufdrehen und keiner weiß warum. Eine gewisse Ungeduld, die mir zu eigen ist, zeigen auch meine Pferde, aber auch die Beharrlichkeit und Beständigkeit, die ebenfalls in mir wohnt.

Ich gebe hier kein Psychogramm von mir preis, nur soviel, dass ich mich in den Pferden wiedergefunden habe.

Nach Sabrina kam der Shagya in mein Leben. Es war einfach so, dass ich merkte, dass Sabrina auf Dauer nicht so belastbar war, wie ich es mir wünschte. Sie machte brav alles mit, aber sie hatte Probleme beim Laufen, einen “Hahnentritt”, das heißt, sie zog ein Hinterbein immer höher als das andere, was sehr merkwürdig aussah. Laut Tierarzt ist es nur eine Nervenstörung und schmerzfrei, aber die Leute schauten schon besorgt, wenn sie mich auf dem Pferd reiten sahen.

Sabrina war eine Lebensversicherung im Gelände, nichts brachte sie aus der Fassung, außer: sie musste unterwegs einmal stehen bleiben, zum Beispiel an der Straße.

Und sie konnte nicht leiden, wenn andere Pferde vor ihr liefen oder gar schneller waren.

Aber nun zu meinem 2. Pferd, dem Shagya. Da ich immer schon von einem Araberpferd geträumt hatte, sollte es auch ein Araber sein. Dazu kam, dass ich an Ostern 1987 einen Freund in Niederbayern besuchte, dessen Nachbar mich auf seiner alten Araberstute reiten ließ. Die Stute war der Anstoß nach einem Araber zu suchen.

Außerdem wollte ich diesmal nichts falsch machen und ein gesundes Pferd kaufen, also dachte ich, wenn das Pferd noch sehr jung ist, kann es ja nichts haben. Also suchte ich nach einem Fohlen, bevorzugt Fuchs und Stute. Aber wie das Leben so spielt, kam es dann anders: Hengst und Schimmel.

Ich suchte in den einschlägigen Pferdeverkaufsmagazinen nach Angeboten und sah mir auch eine Stute an, die mir aber zu temperamentvoll war. Ich wollte zwar einen Araber, aber kein Pferd, dass nur mit mir hektisch durch den Wald trippelt.

Dann sah ich ein sehr günstiges Angebot in der Zeitschrift “Pferdemarkt”. Nur 2000 DM für einen zweijährigen Araberhengst, Shagya . Eigentlich wollte ich ja einen Vollblutaraber kaufen, aber ich dachte, Ansehen ist kostenlos und machte einen Besichtigungstermin aus. Es stellte sich heraus, dass der junge Hengst eine sehr gute Abstammung hatte väterlicherseits, er ging zurück auf die berühmten Hengste Ghazal und Kaissoon, alter ägyptischer Pferdeadel. Halan hieß er, das bedeutet auf Deutsch “süß” und ich war sofort hin und weg und sagte dem Züchter: “Den nehme ich, Sie können den anderen Interessenten absagen!” Es war genau das Pferd, das ich wollte: zwei Drittel Vollblut und ein Drittel Shagya, kräftig vom Typ her ( ich bin auch eher kräftig gebaut) und superlieb.

Eine Eigenschaft der Araberpferde ist auch ihre große Anhänglichkeit an ihre Menschen, bei den Beduinen lebten die Pferde teils mit in den Zelten in der Wüste. Halan liebte alle Menschen und alle liebten ihn durch sein sehr sanftes Wesen. Trotzdem war es nicht einfach mit ihm, vor allem am Anfang.

Jedenfalls kaufte ich ihn, machte einen Kaufvertrag. Der Züchter wollte ihn noch ein paar Monate bei sich behalten um ihm die Abstammungspapiere zu verschaffen und ihn beim Araberzuchtverband eintragen zu lassen. Außerdem hatte ich zur Bedingung gemacht, dass aus dem Hengst ein Wallach würde, bevor er zu mir kam, denn auf dem Hof, auf dem ich nun war ( und immer noch bin nach fast 30 Jahren) konnte ich keinen Hengst halten.

Ich bin den Züchtern heute noch dankbar, dass sie alles so wunderbar erledigt haben für den geringen Kaufpreis, sie haben mir das Pferd sogar noch gebracht.

Und dann ging die ganze Arbeit los, die ein junges Pferd so mit sich bringt. Ausbildung, Erziehung, Einreiten…

Ein paar Jahre später kaufte ich dann die Scheckstute als Fohlen, erst 4 Wochen alt und das ganze Procedere wiederholte sich.

Und vor etwas mehr als einem Jahr kam der Spanier dazu, der zwar schon 9 Jahre alt war beim Kauf, dem es aber auch noch an Erziehung, Disziplin und Ausbildung fehlt.

Dazu später mehr

 

Pferdehandel: wie kommt Frau zum Pferd

Ich lese jeden Tag die Ebay-Kleinanzeigen zum Thema „Großpferde“. Ich will kein Pferd mehr kaufen, aber ich finde es interessant, welche Pferde dort angeboten werden und aus welchen Gründen Leute ihre Pferde verkaufen oder verschenken wollen.
Ich selbst würde nie ein Pferd abgeben, meine Pferde bleiben alle bei mir bis zu ihrem – hoffentlich nicht zu frühen und würdigen – Tod.

Ich verstehe die Leute nicht, die sich ein Pferd anschaffen und es dann nach ein paar Monaten wieder verkaufen. Oder, es wenn sich Wehwehchen einstellen und das Pferd vielleicht nicht mehr so belastbar ist, es einfach als „Beistellpferd“ abschieben.
Erst Beistellpferd, dann Suchanzeige. Oft liest man nämlich in den Kleinanzeigen:
„Suche mein Pferd, habe es mit Schutzvertrag an XY abgegeben, der/die hat es einfach weiter verkauft.“

Oder das Tier ist einfach wie vom Erdboden verschluckt. Man weiß nie, was passiert, wenn man ein Tier – besonders ein Pferd – weiter gibt, wie der neue Besitzer damit umgeht, wie es gehalten wird.
Ich akzeptiere, dass meine Stute so langsam auf ihr Altenteil zugeht, aber sie ist für mich wie eine Person, ein Familienmitglied und wenn ich sie nicht mehr reiten kann, dann kann ich ihr noch einen ruhigen Lebensabend gönnen und ihr auf der Weide zusehen.

Ich selbst bin nun auch schon nicht mehr die Jüngste…Das Reiten steht schon lange nicht mehr im Vordergrund.

Früher hatte ich viel vor, wollte sogar mehrtägige Touren mit dem Pferd unternehmen, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen: vor allem meine Aufgabe als Mutter. Da musste ich zwischen Kind und Pferd jonglieren, meine Zeit einteilen und einen Beruf habe ich auch noch. Denn für die Pferde musste ich erst einmal das Geld verdienen. Da blieb das Reiten etwas auf der Strecke.
Ein Offenstall macht auch mehr Arbeit als eine Box im Reitstall. Seit ein paar Jahren füttere ich meine Pferde  lieber selbst und kaufe eigenes Futter:
Die Stute hatte mal einen Reheschub und der Shagya nahm im Alter immer mehr ab. Da muss man mit dem Futter schon schauen, was man gibt…

Trennung kommt nicht in Frage. Hier gilt „Bis das der Tod euch scheidet“.

Vom Gefühl her könnte ich 100 Pferde haben. Darum lese ich ja auch immer noch die Kleinanzeigen. Aber es geht nicht… Da ist zum einen das Finanzielle. Ein Einstellplatz auf dem Bauernhof kostet pro Pferd um die 250 €. Dazu kommen noch Kosten wie Extrafutter, Futterzusätze, Tierarzt, Hufschmied und Versicherung. Und das Ganze dann über vielleicht25 – 30 Jahre, je nachdem wie alt das Pferd bei der Anschaffung ist.

Als Mädchen träumte ich mir einen ganzen Stall von Pferden zusammen, ich sammelte so kleine Plastikpferde und auch heute noch faszinieren mich die lebensechten Schleichmodelle, die es bei meinem Futterhändler gibt. Aber ich kaufe keine mehr, wohin damit dann auch…

Zurück zum Thema: warum ich nicht noch mehr Pferde habe.
Ich hätte gerne noch eins, wenn ich ehrlich bin. Oder zwei, rein dem Gefühl nach. Aber abgesehen von dem Geld fehlt auch die Zeit. Zwei Pferde zu betreuen, ist schon eine ziemliche Aufgabe, auch wenn das Misten und Rausbringen vom Stallbesitzer erledigt wird. Es reicht ja nicht, die Pferde auf die Weide zu bringen und abends wieder in den Offenstall. Man muss ja auch mit ihnen arbeiten und sie pflegen.
Je älter ein Pferd wird, umso aufwendiger wird die Pflege, das ist auch bei alten Menschen so.
Also jeden Tag, fast jeden Tag, auch im Winter, wenn der Beruf es erlaubt und keine anderen wichtigen Verpflichtungen anstehen, aufraffen, bei Wind und Wetter zum Stall.
Die Pferde sind immer da und entschädigen mich für das schlechte Wetter und die frühe Dunkelheit im Winter.
Ist ein Pferd krank oder verhält sich ungewöhnlich, habe ich auch schon mal schlaflose Nächte. Als die Stute kurz vor Weihnachten anfing zu lahmen….oder der Andalusier sich benahm wie ein halbstarkter Rüpel im Offenstallt und offensichtlich dort nachts randalierte. Fenster gingen zu Bruch ( Plexiglas, aber dennoch….!)
Der Andalusier…..ein Kapitel für sich, da komme ich später noch drauf zu sprechen…

Das Leben ist kein Ponyhof – oder doch?

Seit meiner Kindheit verbindet mich diese Liebe mit den Pferden, seit etwa 30 Jahren pflege und reite ich meine eigenen, zur Zeit sind es eine  Araberpintostute (20) und ein Andalusier (10) , die im Offenstall leben. Davor waren es eine Vollblutstute (1985 bis 1998) und ein Shagya-Araber(von 1987 – 2015).

Der Shagya musste am 2. Januar 2015 im Alter von fast 30 Jahren eingeschläfert werden, er fiel einfach auf der Wiese um und konnte nicht mehr aufstehen. Das war traurig, aber doch aufgrund seines schon lange schlechten Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen, nur den Augenblick habe ich soweit hinaus gezögert, bis das Pferd mir  die Entscheidung letztendlich abgenommen hat. Der Wallach hatte mich 27 Jahre lang begleitet. Seine Geschichte möchte ich hier erzählen und ihm so eine Art Denkmal setzen.

Im Dezember 2014 kaufte ich den Spanier dazu, vor allem als Gesellschaft für meine Stute, da es dem Shagya immer schlechter ging und das Ende schon abzusehen war, auch wenn es mir sehr schwer fiel, das einzugestehen. Dieses neue Pferd bedeutet eine unvorhergesehene Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle. Auch davon wird hier berichtet werden.

Ich würde mich als „Feld-, Wald- und Wiesenreiterin“ bezeichnen, wobei das Reiten nicht im Vordergrund steht, eher der Umgang und die Pflege der  Pferde. Trotzdem ist mir eine vernünftige Ausbildung immer wichtig gewesen und es macht mir Spaß einem Pferd etwas zu vermitteln und mit ihm zu arbeiten. Wenn ich reite, dann am liebsten in der Natur. Eine Halle brauche ich nicht.

Meine Pferde sind für mich Familie, und manchmal auch  Therapeuten. Oft schon waren sie Trost in dunkleren Zeiten. Bei den vielen Wechseln und Veränderungen, die das Leben immer so mit sich bringt, waren die Pferde immer die eine Konstante in meinem Leben, ich bin ihnen und sie mir treu geblieben.

 

 

Auf zu Neuland! Der Umzug und die Folgen

Zunächst hatte ich eine Teilzeitreitbeteiligung auf Sabrina, ich zahlte die Hälfte der Stallmiete und dafür ging die Stute einige Reitstunden am Tag. Anfangs war dieses Arrangement mir Recht, denn ich musste nicht jeden Tag zum Stall um die STute zu bewegen.
Aber auf Dauer war das keine Lösung. Wenn ich dann reiten wollte, hatte ich kein gutes Gefühl, wenn Sabrina vorher schon in den Reitstunden gelaufen war. Außerdem bestimmte immer noch die Mitbesitzerin über die Haltung. Dort bekamen die Pferde nur altes Brot zu fressen, insgesamt war der Stall nicht pferdegerecht, keine Weiden und nur Einzelboxen. Eine aufblasbare Halle und ein Reitplatz. Allerdings war das Reitgelände drum herum sehr schön und weitläufig, wenn auch am Rande der Landeshauptstadt, aber dort war es schon immer sehr schön ländlich.
Eines Tages war es mir dann zu bunt: immer diese Scherereien mit der Stallbesitzerin, der nicht pferdegerechte Umgang und die schlechten Haltungsbedingungen. Aus Irland wusste ich, dass es auch anders geht, besser.
Nach etwa einem halben Jahr war mir klar, dass ich Sabrina ganz für mich alleine haben wollte. Ich kaufte sie zu einem – im Nachhinein überhöhten Preis, denn sie war aufgrund ihrer Verschleißerscheinungen sicher nicht mehr wert als der Schlachtpreis. Und hätte ich sie nicht genommen, wäre sie auch dort gelandet: in der Pferdemetzgerei.
Es stand ohnehin ein Ortswechsel an: ich wollte in die Stadt ziehen, in der ich eine feste Anstellung hatte. Mein Partner wollte das auch mit mir und den Pferden. Er hatte sich inzwischen einen total durchgeknallten, fast unreitbaren Fjord aufschwatzen lassen, im wahrsten Sinne ein Schlitzohr, denn eines seiner Ohren war wirklich in 2 Teile geschlitzt.
Wieder so ein Opfer menschlichen Versagens, oder menschlicher Gleichgültigkeit, dieses Pony war lebensgefährliche, aber dazu dann ein anderes Mal.
Ich besaß nun endlich ein eigenes Pferd! Zubehör wurde angeschafft und ausprobiert und wieder abgeschafft. Sättel gekauft und verkauft, Trensen….der ganze Fundus, der in Sattelkammern in Schränken vor sich hindümpelt. Man hat von allem zuviel, aber nie genug.
Zwischenbemerkung:
(Obwohl ich viel zu viel Zeug von meinem Pferden herumliegen habe, musste ich doch für den Neuen, den Andalusier von Dezember 2014 noch kaufen: 2 Gebisse, 1 portugiesische Kandare, eine Serreta, ein Kimblewick, ein spanisches Kopfstück, ein Westernpad, was nicht passt…..man wird irgenwie nicht klüger mit der Zeit. Was ich momentan davon benutze: ab und an den Kappzaum, der sehr teuer war, gute spanische Handarbeit und eine ganz normale doppelt gebrochene Trense aus dem Reiterladen, wo ich auch mein Futter und meine Möhren kaufe)
zurück zur Geschichte:
Jetzt stand also der Umzug in eine andere Stadt an und die Suche nach einem neuen Stall. Aber ich suchte nicht lange, sondern nahm das mir Bekannte…einen Mietstall, der seine Schulpferde auch zu unbegleiteten Ausritten verlieh.
Dieser Stall hat heute immer noch einen schlechten Ruf, aber damals kümmerte mich das nicht, denn er liegt mitten in einem tollen Reitgebiet und hat eine Halle. Das genügte meinen damaligen Ansprüchen.