Pferdehandel Teil 2

 

Bisher bin ich chronologisch vorgegangen, aber ich werde nun Gegenwart und Vergangenheit mischen, wenn es zum Thema passt. Die Vergangenheit beschreibe ich in Form eines Rückblicks, das macht das Blog auch lesbarer, weil Bisher bin ich chronologisch vorgegangen, aber ich werde nun Gegenwart und Vergangenheit mischen, wenn es zum Thema passt. Die Vergangenheit beschreibe ich in Form eines Rückblicks, das macht das Blog auch lesbarer, weil immer nur der neueste Beitrag oben steht und man runterscrollen muss, um die logische Reihenfolge zu lesen.

Dies ist ein Blog und keine Biographie.

Alle meine Pferde habe ich aus dem Bauch heraus gekauft. Bei Sabrina war es eine sehr emotionale, aber auch naive Entscheidung. Ein Tierarzt hätte mir sicher abgeraten, aber was soll´s: ich wollte dieses Pferd unbedingt haben.

Ich glaube auch, dass ich mir meine Pferde intuitiv danach aussuchte, die zu meinem Charakter passen. Einige meiner Charakterzüge habe ich in meinen Pferden gespiegelt gesehen, z.B., meine teilweise irrationale Impulsivität ( Mars in Widder im 3. Haus), die mich manchmal über das Ziel hinaus schießen ließ und mich in unangenehme Situationen brachte. So wie meine vollblütigen Pferde eben auch manchmal aufdrehen und keiner weiß warum. Eine gewisse Ungeduld, die mir zu eigen ist, zeigen auch meine Pferde, aber auch die Beharrlichkeit und Beständigkeit, die ebenfalls in mir wohnt.

Ich gebe hier kein Psychogramm von mir preis, nur soviel, dass ich mich in den Pferden wiedergefunden habe.

Nach Sabrina kam der Shagya in mein Leben. Es war einfach so, dass ich merkte, dass Sabrina auf Dauer nicht so belastbar war, wie ich es mir wünschte. Sie machte brav alles mit, aber sie hatte Probleme beim Laufen, einen “Hahnentritt”, das heißt, sie zog ein Hinterbein immer höher als das andere, was sehr merkwürdig aussah. Laut Tierarzt ist es nur eine Nervenstörung und schmerzfrei, aber die Leute schauten schon besorgt, wenn sie mich auf dem Pferd reiten sahen.

Sabrina war eine Lebensversicherung im Gelände, nichts brachte sie aus der Fassung, außer: sie musste unterwegs einmal stehen bleiben, zum Beispiel an der Straße.

Und sie konnte nicht leiden, wenn andere Pferde vor ihr liefen oder gar schneller waren.

Aber nun zu meinem 2. Pferd, dem Shagya. Da ich immer schon von einem Araberpferd geträumt hatte, sollte es auch ein Araber sein. Dazu kam, dass ich an Ostern 1987 einen Freund in Niederbayern besuchte, dessen Nachbar mich auf seiner alten Araberstute reiten ließ. Die Stute war der Anstoß nach einem Araber zu suchen.

Außerdem wollte ich diesmal nichts falsch machen und ein gesundes Pferd kaufen, also dachte ich, wenn das Pferd noch sehr jung ist, kann es ja nichts haben. Also suchte ich nach einem Fohlen, bevorzugt Fuchs und Stute. Aber wie das Leben so spielt, kam es dann anders: Hengst und Schimmel.

Ich suchte in den einschlägigen Pferdeverkaufsmagazinen nach Angeboten und sah mir auch eine Stute an, die mir aber zu temperamentvoll war. Ich wollte zwar einen Araber, aber kein Pferd, dass nur mit mir hektisch durch den Wald trippelt.

Dann sah ich ein sehr günstiges Angebot in der Zeitschrift “Pferdemarkt”. Nur 2000 DM für einen zweijährigen Araberhengst, Shagya . Eigentlich wollte ich ja einen Vollblutaraber kaufen, aber ich dachte, Ansehen ist kostenlos und machte einen Besichtigungstermin aus. Es stellte sich heraus, dass der junge Hengst eine sehr gute Abstammung hatte väterlicherseits, er ging zurück auf die berühmten Hengste Ghazal und Kaissoon, alter ägyptischer Pferdeadel. Halan hieß er, das bedeutet auf Deutsch “süß” und ich war sofort hin und weg und sagte dem Züchter: “Den nehme ich, Sie können den anderen Interessenten absagen!” Es war genau das Pferd, das ich wollte: zwei Drittel Vollblut und ein Drittel Shagya, kräftig vom Typ her ( ich bin auch eher kräftig gebaut) und superlieb.

Eine Eigenschaft der Araberpferde ist auch ihre große Anhänglichkeit an ihre Menschen, bei den Beduinen lebten die Pferde teils mit in den Zelten in der Wüste. Halan liebte alle Menschen und alle liebten ihn durch sein sehr sanftes Wesen. Trotzdem war es nicht einfach mit ihm, vor allem am Anfang.

Jedenfalls kaufte ich ihn, machte einen Kaufvertrag. Der Züchter wollte ihn noch ein paar Monate bei sich behalten um ihm die Abstammungspapiere zu verschaffen und ihn beim Araberzuchtverband eintragen zu lassen. Außerdem hatte ich zur Bedingung gemacht, dass aus dem Hengst ein Wallach würde, bevor er zu mir kam, denn auf dem Hof, auf dem ich nun war ( und immer noch bin nach fast 30 Jahren) konnte ich keinen Hengst halten.

Ich bin den Züchtern heute noch dankbar, dass sie alles so wunderbar erledigt haben für den geringen Kaufpreis, sie haben mir das Pferd sogar noch gebracht.

Und dann ging die ganze Arbeit los, die ein junges Pferd so mit sich bringt. Ausbildung, Erziehung, Einreiten…

Ein paar Jahre später kaufte ich dann die Scheckstute als Fohlen, erst 4 Wochen alt und das ganze Procedere wiederholte sich.

Und vor etwas mehr als einem Jahr kam der Spanier dazu, der zwar schon 9 Jahre alt war beim Kauf, dem es aber auch noch an Erziehung, Disziplin und Ausbildung fehlt.

Dazu später mehr

 

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