Ende gut….Abschlussbericht

 

lang, lang ist´s her….eine Menge ist geschehen und meine Sorgen haben ein Ende gefunden – mit der passenden Reitbeteiligung.Der erste Versuch mit der Bekannten ging schief: sie kam mit der Stute nicht gut zurecht, hatte immer etwas an ihr oder ihrem Verhalten auszusetzen. Außerdem machte sie als Reiterin einen eher unsicheren Eindruck. Das sagte ich ihr auch und sie reagierte darauf ziemlich eingeschnappt, aber sie wollte auch von sich aus nicht mehr kommen – die Leute am Hof seien zu unfreundlich und würden sie nicht grüßen. Das mag ja stimmen, aber mich stört das nicht. Ich hatte auch eher das Gefühl, dass es dieser Person mehr um den Kontakt zu den Menschen als zum Pferd geht, es passte jedenfalls nicht.

Dann meldete sich auf meine Anzeige eine junge Frau, die allerdings nur ein Pferd betreuen wollte und nicht zwei. Das gefiel mir zunächst nicht, aber dann dachte ich: einen Versuch ist es wert und so trafen wir uns am Stall. Obwohl sie beim ersten Mal etwas zu energisch mit dem Spanier umging ( aber das war halt nur Unerfahrenheit), passte die Chemie zwischen ihr und dem Pferd und zu mir auch. Es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick mit dem spanischen Charmeur.Ab dann lief es gut. Zunächst gemeinsame Ausritte, ich mit der Stute, sie auf dem Spanier. Der war plötzlich wie ausgewechselt und ganz zahm.

Allerdings gab es am Anfang einige Missgeschicke, so schlug er ihr beim Hufesäubern einmal die Brille herunter und ein blaues Auge. Aber das tat der Liebe keinen Abbruch. Nach einigen wenigen Besuchen stieg sie schon mutig auf ihn und ritt ein Stück alleine die Straße hinauf, ohne Probleme.

Diese Frau ist Gold wert! Sie hilft mir auch bei dem Drumherum im Stall und wenn ich nicht kann, dann kommt sie und füttert die Pferde. Den Winter haben wir bis jetzt gut überstanden, auch ohne viel zu reiten. Einmal hat der Spanier sich rüpelig verhalten und wollte nicht laufen und fing an zu buckeln und sprang ins Feld. Das hat sie wenig beeindruckt, sie hat überhaupt keine Angst.

Ich habe dann die Physiotherapeutin kommen lassen und es gab da einiges zu lösen bei ihm. Wir hoffen, dass es jetzt vorbei ist mit den Rückenschmerzen und wir im Frühjahr mit dem Training anfangen können.

Die beiden Pferde verstehen sich prima, seitdem immer genug zu Fressen da ist. Sie bekommen jetzt zwar nur Heulage, aber davon sehr reichlich und das hat die Beziehung verbessert, es gibt keinen Streit mehr. Der Spanier hängt auch nicht mehr so an der Stute, er plustert sich zwar noch auf, wenn er alleine irgendwo hin soll oder sie geht von ihm weg, aber das ist nur noch Show und sehr kurz, dann beruhigt er sich wieder.

Der Stute geht es für ihre Verhältnisse sehr gut, sie hat keine Schmerzen, seitdem sie Teufelskralle und Ingwer bekommt und sie geht noch sehr flott ins Gelände und wirkt auch so sehr fit. Sie hat sogar etwas zugelegt, denn sie bekommt nun jeden Tag einen Brei aus Maiscobs und Rübenschnitzeln ( Speedibeet).

Inzwischen habe ich mich auch damit arrangiert, dass meine Pferde von der Herde getrennt stehen….das hat gewisse Vorteile: die Verletzungsgefahr ist verringert und für die alte Stute ist es besser, wenn nicht so ein notgeiler Jungspund versucht sie zu bespringen ( es gibt nämlich einen „deckenden“ Wallach in der großen Herde).

So hat alles doch ein gutes Ende gefunden…. und dieses Blog vorerst auch.

Macht´s gut, wer auch immer das noch lesen sollte…

gerty,

Reitbeteiligung – Segen oder Fluch

Heute treffe ich mich mit der alten Bekannten, die sich als einzige auf mein Gesuch nach einer Reit-und Pflegebeteiligung gemeldet hat. Es gibt inzwischen über 900 Besucher auf der Anzeigenseite und 13 auf der Merkliste, aber geschrieben oder angerufen hat nur die eine.

Das mit den Reitbeteiligungen ist so eine Sache. Fast jede/r der/die reitet, hat damit Erfahrungen, sei es als Nehmer oder als Geber. Ich selbst habe ja damals vor knapp 30 Jahren mein Pferdeleben mit einer Reitbeteiligung auf Sabrina begonnen. Das war auch gut als Vorlauf zum Pferdebesitz. Ich konnte meine Erfahrungen im Umgang mit einem Pferd machen und hatte noch genug Ansprechpartner bei Fragen. Schließlich mündete meine Reitbeteiligung im Kauf des Pferdes. Das ist schon das erste Dilemma mit den Reitbeteiligungen. Wenn sie gut sind, dann wollen sie auf Dauer doch ein eigenes Pferd. Sie wollen sich halt nicht immer mit den Besitzern absprechen müssen, was sie mit dem Pflegepferd machen sollen oder dürfen.

Die Guten habe ich dann immer an Eigenbesitz verloren….oder es mangelte an Zeit. Zum Beispiel Mütter von Klein- und Grundschulkindern, deren Mann auch noch auf pünktlich auf den Tisch gestellte Mahlzeiten besteht….der Anwesenheit des Hausweibchens wünscht, um sich nach der harten Arbeit zum Familienunterhalt doch oprimal bedienen zu lassen. So habe ich es jedenfalls bei dem Typ „Mutter mit kleinen Kindern“ erlebt.

Ich selbst bin/war allein stehend mit Kind, nur meine Eltern haben mir seinerzeit bei der Betreuung geholfen. Am Wochenende war das Kind meistens dort und ich hatte Zeit für die Pferde. In der Woche richtete sich der Tagesplan ganz nach dem Kind, aber ich hatte nicht noch einen Ehemann zu berücksichtigen. Das war eindeutig ein Vorteil.

Als mein Sohn noch nicht in der Schule war, hatte ich eine tolle Frau als Reitbeteiligung. Sie war auch der Typ Hausfrau und Mutter, aber sie schaffte sich genug Freiräume um bei der Ausbildung meiner Stute zu helfen. Ich weiß nicht, wieviele Jahre es waren, aber es waren etliche. Zahlen brauchte sie nichts – außer einen Beitrag für die Hufpflege. Sie nahm mit Stute Reitstunden bei ein CP-Trainerin in der Reithalle des Vereins und konnte je nach Belieben auch ausreiten. Sie ist sogar mal einen Orientierungsritt mit der Stute geritten.

Das war alles sehr schön und ich bin ihr auch dankbar, dennoch gab es auch verschiedene Ansichten und Diskussionen über das Reiten. Ich fand sie manchmal zu ehrgeizig mit der Stute, die ja noch viel lernen musste damals. Es hat dem Pferd nicht geschadet, trotz allem war es eine gute Zeit. Leider kam unverhofft eine Änderung – so wie es im Leben eben immer geht, nichts ist für die Ewigkeit. Sie orientierte sich mehr und mehr im Hundesport fand dort einen neuen Partner, trennte sich von ihrem Mann und gab das Reiten ganz auf.

Da stand ich nun mal wieder alleine da….später kam sie noch einmal zu Besuch und erzählte, dass sie wieder mit ihrem Exmann zusammen sei und ihn nochmal geheiratet habe, aber dass sie nicht mehr reiten wollte….das habe ich nicht verstanden, musste es allerdings auch so akzeptieren. Danach wollte ich keine Reitbeteiligung mehr. Es ging ja auch besser mit der Zeit, mein Sohn kam in die Pubertät und entwickelte mehr und mehr ein Eigenleben, das schaffte mir mehr Raum für die Pferde.

Aber in der Zeit, als ich gerade Mutter geworden war, brauchte ich noch mehr Unterstützung bei den Pferden und hatte etliche Reiterinnen – die alle nacheinander dann eigene Pferde anschafften und mir somit wieder verloren gingen.

Es ging damals hauptsächlich und den etwas schwierigen, weil sehr sensiblen Araber Halan. Dafür hatte ich sogar mal einen Westernreiter, aber der ging mir einfach zu grob mit dem Pferd um. Das war gar nichts für den Wallach. Einmal fuhr dieser Mann sogar zu einem Westernturnier mit Halan, danach ließ der sich kaum noch verladen….aber ich muss sagen, Anfang der 90ger hatte ich auch noch Wettbewerbsambitionen, allerdings ging ich nur auf Freizeitreiterturniere des hauseigenen Vereins und mal auf einen Orientierungsritt im Nachbarverein. Für Halan war das nur Stress und ich bin einfach nicht ehrgeizig genug….

Nun mal zurück zu den Fremdreitern: wie gesagt, die besseren haben dann eigene Pferde angeschafft. Eine der ersten Reiterinnen hat jetzt eine Alpakazucht und die Pferde wohl ganz aufgegeben, die eigenen Pferde verkauft….was ich nicht verstehen kann, denn wenn ich nicht mehr reiten würde, würde ich die Pferde trotzdem behalten, sie sind meine Familie….\r\nEine andere Mitreiterin steht immer noch mit mir im gleichen Stall und hat selbst jetzt 2 Pferde, davon einen fast 30 jährigen Rentner, der mir damals die Show gestohlen hatte.

Die übrigen fielen weniger ins Gewicht. Ich erinnere mich nur noch an die eine, die dem Araber die Mähne fies abgeschnitten hatte, ein Unding, denn die Mähne ist ja rassetypisch lang, so wie bei den Iberern auch. Das war´s dann auch mit der Reitbeteiligung.

Letztes Jahr suchte ich ja wieder jemand, der mich auf der Stute auf Ausritten begleiten würde. Da meldeten sich ungefähr 10 Leute und kamen auch zum Probereiten, eine davon blieb ein paar Wochen. Dann bekam sie ein Pferd geschenkt und war auch wieder weg. Die gehörte eindeutig zu den Guten!

Die andere blieb auch eine Weile, aber sie war wieder im Kinderstress und hatte nie Zeit. Gute Vorsätze, aber kein Umsatz. Letztens bekam ich eine SMS von ihr, dass sie ihre Sachen aus dem Stall abgeholt hatte. Das war´s dann auch mal wieder….kein persönliches Wort vorher und auch keine Info, dass sie die Sachen abholen wollte. Kein Abschied, aber so ist das wohl heute in der allgemeinen Unverbindlichkeit.\r\n\r\nEin hindernder Faktor ist sicher auch meine „exotische“ Reitweise. Fast alle lernen nach FN-Regeln reiten und das passt nun mal nicht auf meine Pferde. Penquitt kennt kaum einer und EWU-Westernreiter sind auch nicht ganz das, was mir gefällt. Allerdings noch besser als FN. Ich sage bewusst nicht „Englisch“ oder „Western“-Reiten. Ich habe schon ein Faible für die klassische Dressur und schonendes, am Westernstil orientiertes Reiten. Aber mir passt der Dogmatismus dabei nicht, den die Leute einfach auch mitübernehmen. Ich entwickle mir aus allen Reitweisen lieber meinen eigenen Stil und Bahnreiterei liegt mir einfach nicht.

Eine der Probereiterinnen vom letzten Jahr meinte, meine Stute sei „widersetzlich“. Das kann nicht sein, nur, wenn Stute meint, der Reiter oben hat keine Ahnung, dann macht sie, was se denkt, was richtig ist. Sie hat für ein Pferd einen ziemlich hohen IQ und sehr viel Gefühl und Intuition, soweit man das als Mensch beurteilen kann.

Ich antwortete: „Die ist nicht widersetzlich, du drückst dich nur nicht klar aus!“ und diese besagte Person bekam Unterricht von einem professionellen Westerntrainer….(!) Hatte aber nicht viel Ahnung von der Kommunikation mit Pferden, wie es schien. Stute ist immer kooperativ, aber wenn Reiter sich undeutlich ausdrückt, was soll sie machen?

Andere Leute machen auch nicht so gute Erfahrungen mit den Reitbeteiligungen, hauptsächlich geht es immer darum, dass diese plötzlich verschwinden aus mehr oder weniger undurchsichtigen Gründen.

Einmal ist der Freund schuld, dann ging das Pferd eine Weile lahm, oder Schule, Beruf. Studium…..aber all das kann man sich überlegen, bevor man sich ein Pferd sucht. Als Besitzer muss ich das auch organisiert kriegen, auch wenn das Pferd mal lahm geht oder meine Zeit knapp wird.

Wie schon angedeutet: in Zeiten des Internets geht alles mehr oder weniger in Richtung Unverbindlichkeit. Verantwortung zu übernehmen, ist nicht mehr hip.

Na ja, wir werden sehen, wie es mit der alten Bekannten heute geht, schließlich habe ich damals, als sie schwanger war vor 20 Jahren, ihren Haflinger geritten und das war ein tolles Pferd.

Warten wir es ab!‘

Olympia (Beitrag vom 13.08.2016)

 

Ich interessiere mich überhaupt nicht für Sportveranstaltungen, ich schaue auch keinen Reitsport im Fernsehen an, aber nun ist mal Olympia und die deutschen Reiter haben in der Vielseitigkeit Medaillien gewonnen und heute las ich, dass ein Dressurpferd von dort aus sogar twittert….Meine Welt ist das nicht!\

Kürzlich war auf dem Gelände des Reitvereins in unmittelbarer Nähe zu meinem Stall ein großes Turnier. Ich besuche das nur, weil der Eismann dort himmlische Eisbecher verkauft und ich hin und wieder alte Bekannte von früher aus meinen Reitvereinzeiten treffe. Diesmal sah ich mir auch eine Dressurvorführung an, Klasse L glaube ich. Seltsamerweise kam ich immer zu fast der gleichen Benotung wie die Richter, manche Pferde lieferten trotz (!) Reiterin eine gute Show ab, aber insgesamt taten mir die Pferde Leid. Auf dem Abreiteplatz wurden sie schon getriezt und getrieben, die Köpfe nach unten gezwängt, der Blick hektisch oder ergeben, kein schöner Anblick. Kein Pferd wurde gequält, soviel steht fest, die Reiter und – innen ritten nach FN-Vorschrift, aber…. ich denke, wenn ich da Pferd gewesen wäre, ich hätte die Hufe geschwungen und wäre einfach….abgehauen! Pferde sind schon geduldige Tiere. Sie bringen ergeben  die Leistung, die mensch von ihnen verlangt, manchmal denke ich, jede Nutzung eines Pferdes ist Missbrauch…das natürliche Umfeld des Fluchttiers Pferd ist die Steppe. Es braucht keinen Stall, kein Fliegenspray und auch keine Decke, keinen ausgeklügelten Trainingsplan und als Futter nur Gras. Aber das gibt es vielleicht noch in den Rocky Mountains und in romantischen Filmen, aber nicht in Deutschland.

Ich ziehe den Pferden im Offenstall im Winter auch Regendecken an, sie tragen im Sommer bei Hitze manchmal Fliegenmasken und bekommen Mineralfutter zusätzlich zum Heu, aber…Ich lehne den Leistungssport mit Tieren grundsätzlich ab. Früher hab ich auch mal spaßeshalber an kleinen Freizeitreiterturnieren teilgenommen, aber meinen Pferden hat das keinen Spaß gemacht, es bedeutete nur Stress. Der Ehrgeiz der Menschen ist das Leiden der Tiere.

Diese Hochleistungssportler, da in Brasilien, diese Millionen-Dollar-Pferde, sehen nie eine Wiese, verbringen ihr Leben eingedeckt in engen Boxen, eine Paddockbox ist da wie die Präsidentensuite, werden quer durch die ganze Welt transportiert. Ein Pferd gehört auf eine grüne Wiese und nicht in eine Transportbox im Flugzeug.

Ich reite eher selten und werde immer gefragt, wie meine Pferde bewegt werden. Ich sage, die bewegen sich den ganzen Tag, die sind 24 Stunden an der frischen Luft und wenn ich reite, dann nur ins Grüne hinaus.

Ich finde, jegliche Art von Turniersport ist überflüssig und die Pferde würden – wenn sie könnten – gerne darauf verzichten, da der Sport nur dem Ehrgeiz der Menschen dient und manche Trainingsmethoden grenzen schon an Tierquälerei. Das ist meine Meinung.

Ein neuer Sattel

Doro spanisch1
Ich habe mir über ebay-Kleinanzeigen nun einen spanischen Hirtensattel – auch Vaquerosattel genannt – gebraucht gekauft. Nach längerem Überlegen, ob ich den überhaupt nutzen würde. Aber dann bin ich einfach nach Bochum gefahren und habe ihn abgeholt. Die Verkäuferin sagte mir, ich könne ihn auch zurück geben, falls er nicht passt. Aber er scheint dem spanischen Wildpferd gut zu passen, wie man auf dem Bild erkennen kann. Die Verschnallung des Sattelgurts und der Bügel in der typischen Kastenform – auch Kohlekästen genannt – ist genauso gewöhnungsbedürftig wie der Schweifriemen. Letzterer hat mich nur genervt, zuviel Aufwand beim Aufsatteln und zuviel Leder am Pferd, ich habe ihn – auf Kosten der Tradition – erst einmal entfernt.  Der Sattel an sich ist sehr bequem, die Sitzfläche ganz aus Fell, wahrscheinlich Kunstfell, aber das ist mir Recht, denn auf einem toten Schaf zu sitzen, fände ich ethisch bedenklich, obwohl ich theoretisch und praktisch ja auf einer Rinderhaut sitze….aber darüber mache ich mir jetzt lieber nicht zu viele Gedanken.

Ich habe den Sattel auf meiner Stute probegeritten und fand ihn sehr schön zu sitzen. Stute war auch einverstanden, aber sie hat einen etwas längeren Rücken und auf ihr sitzt der Sattel nicht so gut. Doro habe ich erst einmal nur damit geführt, ausgerechnet auf dem kurzen Gang gerieten wir in einen Fünf-Minuten-Regenschauer. Doro mag keinen Regen und so zappelte er an der Führleine herum und ein Bügel auf der rechten Seite störte ihn und er wollte ihn weg beißen….jetzt sind auch ein paar Wasserflecken auf der hinteren Lehne. Aber es ist ja ein Gebrauchssattel… nur regnet es in Spanien nicht so oft wie hier. Der ist nur etwas für spanisches Wetter, ansonsten nehme ich auch gerne noch den bewährten Circle Y Westernsattel. Dieser ist zwar an die 20 Jahre alt, aber noch fast wie neu, von einigen Kratzern mal abgesehen und er passt Doro so gut wie keinem anderen Pferd zuvor. Einziger Nachteil ist sein Gewicht von 13 kg, der spanische Sattel ist deutlich leichter, vielleicht nur 8kg, ich habe ihn nicht gewogen.

Nachteil des spanischen Sattels: die Schnalle des Sattelgurts ist aus Metall und liegt auf dem Pferd auf, da muss ich mir noch was einfallen lassen. Die Gurtung wird ganz über den Sattel und den Pferderücken geführt, da kann man nichts anderes nehmen als den original spanischen Gurt. Aber dafür wird sich noch eine Lösung finden.

Ich muss jetzt erst nochmal den Mut finden, das spanische Pferd mit dem spanischen Sattel zu REITEN. Bisher habe ich mich noch nicht getraut. Ich brauche da Unterstützung einer zweiten Person, die mir Sicherheit gibt, mal nebenher läuft oder mit ausreitet. Darum habe ich ja auch die Kleinanzeige wegen der Reitbeteiligung aufgegeben.

Bei über 800 Besuchern und bisher 13 „gemerkt“, hat sich nur eine alte Bekannte, deren Pferd ich vor 18 Jahren mal geritten hatte und die auch Einstellerin in meinem jetzigen Stall war, gemeldet. Ob die nun die passende Person sein wir, kann ich nicht sagen, wir werden uns am Samstag mal treffen und dann sehen wir ja, ob es passt.

Ich habe übrigens für die Stute jetzt auch eine gebisslose Zäumung angeschafft, ein sogenanntes Flower-oder LG Zaum. Damit läuft sie – wie nicht anders erwartet – auch sehr schön, aber ich glaube, die könnte man auch ganz ohne Zäumung reiten, die läuft ja fast telepathisch.

Ein neuer Anfang

DoroBarock1Nach einem wunderschönen Urlaub auf La Gomera, natürlich ohne Pferde, fiel es mir die letzte Woche schwer mich wieder an die alltäglichen Abläufe zu gewöhnen. Darum habe ich nicht viel mit den Pferden gemacht, aber ich war täglich dort und habe ihnen einfach nur beim Fressen und Fliegen verscheuchen zugesehen.

Es war auch anfangs viel zu heiß um mit den Tieren zu arbeiten.

Man kennt es ja von Katzen, die beleidigt reagieren, wenn der oder die Besitzer ein paar Tage fort waren. Genauso beleidigt war mein stolzer Spanier. Irgendwie hat er es als Majestätsbeleidigung aufgefasst, dass ich eine Woche nicht zum Füttern und Putzen kam.

Während Stute sofort auf mich zukam, bei meinem ersten Besuch nach dem Urlaub, ließ Seine Majestät sich erst lange bitten und lief nur im Kreis um Stute und mich herum, scheuchte dabei Stute etwas und spielte dann mit mir das Spiel „Wer ist hier der Boss?“ Heißt: ließ sich auch im Paddock nicht einfangen und aufhalftern.

Erst nachdem ich klar gemacht hatte, WER der Boss ist – nämlich ICH – ging alles wie von selbst.

Ich musste König Pferd einige Male durch das Paddock scheuchen mit mehreren Richtungswechseln, bis er dann von alleine stehen blieb und sich das Halfter anlegen ließ. Seitdem ist er aber wie ein Lämmchen.

Ich habe mir über ebay Kleinanzeigen eine gebrauchte Barock-Hackamore bestellt und es gestern bekommen und gleich ausprobiert. Doro hat immer sehr unwillig auf etwas im Maul reagiert, also dachte ich, versuche ich es doch mal ohne Gebiss. Ich kann ihn über die Nase sehr gut kontrollieren, klappt beim Longieren, an der Hand und auch als Handpferd. Mit Knotenhalfter. Er springt immer nur so weit weg, bis er Zug auf die Nase bekommt. Dann bleibt er stehen. Dumm ist er ja nicht. Er hat den Druck auf die Nase als Grenze akzeptiert.

Beim Einfangen brauche ich auch nur noch die Hand auf seinen Nasenrücken legen und schon steht er still zum Halftern. Das erleichtert die Arbeit mit ihm ungemein.

Gestern habe ich also die Hackamore ausprobiert, sie passt und dann bin ich ganz mutig geworden und noch dazu den Sattel aufgelegt. Habe ein neues Pad benutzt, das mir meine ehemalige Reitbeteiligung wohl hinterlassen hat ( auf selbige und andere ähnliche Fälle komme ich auch noch mal später zu sprechen, ist ein eher unerfreuliches Thema…) Ja und dann war ich doch tatsächlich so mutig und bin aufgestiegen!!

Doro war so überrascht, dass er erst ziemlich verwirrt war und nicht wusste, wohin er laufen sollte. Aber er lässt sich mit der Hackamore gut lenken. Ich bin dann ein paar Schritte die Hofeinfahrt rauf geritten in Richtung Reitplatz ( der leider in einem völlig desolaten Zustand und nicht benutzbar ist) und einige Runden auf dem Rasen davor. Hat alles super geklappt. Manchmal war ich wohl zu energisch mit den Zügeln und Doro wackelte ein bisschen mit dem Kopf, aber er war sehr brav, dafür, dass er 3 Monate nicht mehr geritten wurde.

Nachdem ich am Freitag in Arte einen Beitrag über Kartäuserpferde in Andalusien gesehen habe, trage ich mich nun mit dem Gedanken, einen Vaquerosattel für Doro anzuschaffen. Aber ich bin mir unsicher, ob der ihm passen würde mit dem kurzen, geschwungenen Rücken und dem hohen Widerrrist.

Übrigens eine tolle Doku, wobei mir etwas fehlte,nämlich die Kritik an den oft rüden Ausbildungsmethoden der Spanier mit der Eisen-Serreta und den scharfen Kandaren. Es wurde mir dort doch zu sehr idealisiert. Aber an sich würde ich sagen, dass die Vaquero-Reitweise genau mein Ding ist.

Ich überlege das noch mit dem Sattel, es gibt immer mal wieder Angebote über ebay.

Hier die Doku:

http://www.arte.tv/guide/de/068538-000-A/horse-of-kings-thief-of-hearts

Eine neue Hoffnung

Heute bin ich mit beiden Pferden ein kurzes Stück ausgeritten. Und zwar ganz genau die Strecke, wo mein Spanier beim letzten Reitversuch mich abgesetzt hatte, an eben jenem Rohr vorbei, aber es passierte nichts. Er lief ganz entspannt am Knotenhalfter neben der Stute, die zickte heute auch nicht und trat nicht nach ihm, wie sie es früher schon ab und zu tat.

Trotzdem fühlte ich mich nicht so ganz wohl damit, die Kontrolle über zwei Pferde halten zu müssen. Doch beide Pferde liefen ganz ruhig daher. Der Spanier lässt sich als Handpferd gut führen.  Das tat mal wieder gut und gab mir neuen Mut und auch die Hoffnung, doch einmal mit ihm alleine  ausreiten zu können. Wenn er denn so liefe wie heute…

Mit Hufschuhen läuft er jetzt wieder ganz normal, ich werde auch vorerst die Hufschuhe im Gelände benutzen, denn die Hufsohle ist noch etwas dünn. Man sieht noch die Stelle, wo die Verletzung war, dort ist eine Rille, aber es tut ihm nichts mehr weh.

Gestern habe ich ihn zur Arbeits – Eingliederung quasi einige Runden longiert und er blieb dann in der Ecke ein paar Mal stehen, in der er sich immer furchtbar aufgeregt hatte. Dort nahm er ein paar Grashalme und ging dann ruhig und langsam an der Longe weiter…das fand ich bemerkenswert, denn ich hatte genau das mit ihm geübt: in der furchtbaren, gruseligen Ecke stehen bleiben und nichts tun außer fressen. Es war gestern gerade so, als wenn er mir sagen wollte: “ guck mal, ich hab´s nicht vergessen!“ ist schon ein lustiges Pferd…

 

 

Pferdehandel Teil 3: Scheckin und Macho

Die Scheckstute fand ich auf einem Ausritt im Mai 1995.

Damals ritt ich schon mal in den Nachbarort zur Dönerbude. Am Dorfeingang war mir ein Hof mit Pferden aufgefallen, ich fuhr in dem Dorf auch gelegentlich zum Einkaufen. Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, dass es Araber waren und ein kleines Gestüt. Dann gab es da diese gescheckte Stute mit dem gescheckten Fohlen.

Richtig: diesal musste es etwas Geschecktes sein. Ein gutes Pferd hat keine Farbe, aber Scheckin habe ich mir nach der Farbe ausgesucht und auch nach der Herkunft. Es sollte nämlich arabischer Abstammung sein, das Schecklein. Damals, 1995, waren Schecken gerade in Mode gekommen, aber mir haben gescheckte Pferde schon immer gefallen, eben, weil sie etwas Besonderes sind. ( Zu den Fellfarben komme ich auch noch später, sowie zu der Reitweise). Inzwischen war ich auf die Westernreitweise umgestiegen und dazu passt eben ein geschecktes Pferd, aber mit Araberblut.

Scheckin war beim Kauf 1 Monat alt! So ein junges Fohlen zu kaufen, war schon ein ziemliches Risiko, aber wie ich nun mal bin: mein Herz bestimmte. Und ich habe es heute, 21 Jahre danach, nicht bereut. Scheckin ist mein absolutes Traumpferd geworden. ( Natürlich heißt sie in Wirklichkeit anders, aber Namen sind Schall und Rauch, muss nicht jeder wissen, solange das Pferd noch lebt).

Sie blieb noch eineinhalb Jahre bei der Züchterin, damit sie artgerecht im Herdenverband aufwachsen konnte. Das hatte Vor- und Nachteile, sie war lange eher schüchtern mir gegenüber und lief vor mir weg, aber inzwischen kommen wir sehr gut miteinander aus und sie kommt mir auf der Weide immer entgegen – außer, es gibt gerade ganz frisches Gras.

Mein letztes Pferd, der Spanier, hat einen Migrationshintergrund. Er kam aus Spanien über Frankreich nach Deutschland und zu mir. Ich fand ihn bei Ebay-Kleinanzeigen, ganz in der Nähe von meinem Stall.

Fast 2 Jahre hatte ich im Internet geforscht, es sollte ein Iberer sein. Warum kein Araber mehr? Ich bin inzwischen wohl für einen Araber zu schwer. Die letzten Jahre habe ich Halan nicht mehr geritten, sondern als Handpferd mitgeführt.

Der Spanier, ich nenne ihn jetzt mal hier Macho( der richtige Name tut nichts zur Sache)ist das, was man als „barock“ bezeichnet, schön stabil gebaut.

Warum ein Spanier? Da muss ich wieder mal in der Vergangenheit kramen. Nur soviel: es hängt mit der Reitweise zusammen, die ich mit Halan lernte, mit dem großartigen Lehrer Claus Penquitt, der eine Synthese zwischen klassischer spanischer Reitkunst und dem Westernreiten schuf und vermittelte. Ihm verdanke ich sehr viel, aber dazu komme ich später, im Kapitel über Reitweisen.

Jedenfalls hatte er damals seinen berühmten spanischen Hengst Vigoroso auf einen Reitkurs mitgebracht und ich fuhr später nach Portugal in Urlaub und ritt dort lusitanische Hengste und war über deren Charakter und Eleganz begeistert.

Jetzt sollte es also ein Spanier oder Portugiese sein.

Leider sind reine PRE ( pura raza espaniola) so gut wie unbezahlbar und auch  für mich überqualifiziert, da ich ja nur mal eine Runde im Gelände drehen will, ab und zu auch mal 3 oder 4 Stunden, aber mehr nicht. Keine Halle, keine Reitbahn, nur die Natur.

Die Verkaufsanzeige für Macho kam mir wie für mich gemacht vor: alles war drin, Pferd sollte geländegängig und brav sein, offenstalltauglich, mehr brauchte ich nicht.

Wieder war es Liebe auf den ersten Blick. Macho sah mich und es schien in seinem Gesicht zu stehen: „Ich will dich!“ Die Besitzerin und Verkäuferin sagte auch, dass er sich seinen Menschen aussuchen würde. Viele seien schon zum Probereiten da gewesen, aber es hätte nie gepasst. Mir passte es. Ich verzichtete sowohl auf eine Ankaufsuntersuchung wie auf einen Proberitt. Den ganzen Dezember regnete es wie aus Eimern und da mochte ich mich nicht auf ein fremdes Pferd setzen.

Ich hätte ihn auf jeden Fall genommen, selbst wenn er unreitbar gewesen wäre. Seine Hauptaufgabe ist ohnehin nur , meiner  Stute im Offenstall Gesellschaft zu leisten. Und wenn sie zu alt oder zu krank zum Reiten wird, dann sollte er mein Reitpferd sein. Aber im Moment ist sie noch fit genug um mich spazieren zu tragen.- Ich hoffe, das bleibt auch noch lange so!

Ok, also Kaufvertrag für Macho gemacht und ihn noch ein bisschen über den Hof geführt. Er machte alles prima mit. Am 2. Weihnachtstag 2015 wurde er mir dann  gebracht. Wie es weiter ging, dazu später mal. Leicht wurde das erste Jahr mit ihm nicht und es steckt auch noch viel Arbeit drin. Aber ich liebe dieses Pferd und  würde mich nie wieder von ihm trennen!

so, erstmal soweit, ich muss jetzt zum Stall!

Pferdehandel: wie kommt Frau zum Pferd

Ich lese jeden Tag die Ebay-Kleinanzeigen zum Thema „Großpferde“. Ich will kein Pferd mehr kaufen, aber ich finde es interessant, welche Pferde dort angeboten werden und aus welchen Gründen Leute ihre Pferde verkaufen oder verschenken wollen.
Ich selbst würde nie ein Pferd abgeben, meine Pferde bleiben alle bei mir bis zu ihrem – hoffentlich nicht zu frühen und würdigen – Tod.

Ich verstehe die Leute nicht, die sich ein Pferd anschaffen und es dann nach ein paar Monaten wieder verkaufen. Oder, es wenn sich Wehwehchen einstellen und das Pferd vielleicht nicht mehr so belastbar ist, es einfach als „Beistellpferd“ abschieben.
Erst Beistellpferd, dann Suchanzeige. Oft liest man nämlich in den Kleinanzeigen:
„Suche mein Pferd, habe es mit Schutzvertrag an XY abgegeben, der/die hat es einfach weiter verkauft.“

Oder das Tier ist einfach wie vom Erdboden verschluckt. Man weiß nie, was passiert, wenn man ein Tier – besonders ein Pferd – weiter gibt, wie der neue Besitzer damit umgeht, wie es gehalten wird.
Ich akzeptiere, dass meine Stute so langsam auf ihr Altenteil zugeht, aber sie ist für mich wie eine Person, ein Familienmitglied und wenn ich sie nicht mehr reiten kann, dann kann ich ihr noch einen ruhigen Lebensabend gönnen und ihr auf der Weide zusehen.

Ich selbst bin nun auch schon nicht mehr die Jüngste…Das Reiten steht schon lange nicht mehr im Vordergrund.

Früher hatte ich viel vor, wollte sogar mehrtägige Touren mit dem Pferd unternehmen, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen: vor allem meine Aufgabe als Mutter. Da musste ich zwischen Kind und Pferd jonglieren, meine Zeit einteilen und einen Beruf habe ich auch noch. Denn für die Pferde musste ich erst einmal das Geld verdienen. Da blieb das Reiten etwas auf der Strecke.
Ein Offenstall macht auch mehr Arbeit als eine Box im Reitstall. Seit ein paar Jahren füttere ich meine Pferde  lieber selbst und kaufe eigenes Futter:
Die Stute hatte mal einen Reheschub und der Shagya nahm im Alter immer mehr ab. Da muss man mit dem Futter schon schauen, was man gibt…

Trennung kommt nicht in Frage. Hier gilt „Bis das der Tod euch scheidet“.

Vom Gefühl her könnte ich 100 Pferde haben. Darum lese ich ja auch immer noch die Kleinanzeigen. Aber es geht nicht… Da ist zum einen das Finanzielle. Ein Einstellplatz auf dem Bauernhof kostet pro Pferd um die 250 €. Dazu kommen noch Kosten wie Extrafutter, Futterzusätze, Tierarzt, Hufschmied und Versicherung. Und das Ganze dann über vielleicht25 – 30 Jahre, je nachdem wie alt das Pferd bei der Anschaffung ist.

Als Mädchen träumte ich mir einen ganzen Stall von Pferden zusammen, ich sammelte so kleine Plastikpferde und auch heute noch faszinieren mich die lebensechten Schleichmodelle, die es bei meinem Futterhändler gibt. Aber ich kaufe keine mehr, wohin damit dann auch…

Zurück zum Thema: warum ich nicht noch mehr Pferde habe.
Ich hätte gerne noch eins, wenn ich ehrlich bin. Oder zwei, rein dem Gefühl nach. Aber abgesehen von dem Geld fehlt auch die Zeit. Zwei Pferde zu betreuen, ist schon eine ziemliche Aufgabe, auch wenn das Misten und Rausbringen vom Stallbesitzer erledigt wird. Es reicht ja nicht, die Pferde auf die Weide zu bringen und abends wieder in den Offenstall. Man muss ja auch mit ihnen arbeiten und sie pflegen.
Je älter ein Pferd wird, umso aufwendiger wird die Pflege, das ist auch bei alten Menschen so.
Also jeden Tag, fast jeden Tag, auch im Winter, wenn der Beruf es erlaubt und keine anderen wichtigen Verpflichtungen anstehen, aufraffen, bei Wind und Wetter zum Stall.
Die Pferde sind immer da und entschädigen mich für das schlechte Wetter und die frühe Dunkelheit im Winter.
Ist ein Pferd krank oder verhält sich ungewöhnlich, habe ich auch schon mal schlaflose Nächte. Als die Stute kurz vor Weihnachten anfing zu lahmen….oder der Andalusier sich benahm wie ein halbstarkter Rüpel im Offenstallt und offensichtlich dort nachts randalierte. Fenster gingen zu Bruch ( Plexiglas, aber dennoch….!)
Der Andalusier…..ein Kapitel für sich, da komme ich später noch drauf zu sprechen…

Das Leben ist kein Ponyhof – oder doch?

Seit meiner Kindheit verbindet mich diese Liebe mit den Pferden, seit etwa 30 Jahren pflege und reite ich meine eigenen, zur Zeit sind es eine  Araberpintostute (20) und ein Andalusier (10) , die im Offenstall leben. Davor waren es eine Vollblutstute (1985 bis 1998) und ein Shagya-Araber(von 1987 – 2015).

Der Shagya musste am 2. Januar 2015 im Alter von fast 30 Jahren eingeschläfert werden, er fiel einfach auf der Wiese um und konnte nicht mehr aufstehen. Das war traurig, aber doch aufgrund seines schon lange schlechten Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen, nur den Augenblick habe ich soweit hinaus gezögert, bis das Pferd mir  die Entscheidung letztendlich abgenommen hat. Der Wallach hatte mich 27 Jahre lang begleitet. Seine Geschichte möchte ich hier erzählen und ihm so eine Art Denkmal setzen.

Im Dezember 2014 kaufte ich den Spanier dazu, vor allem als Gesellschaft für meine Stute, da es dem Shagya immer schlechter ging und das Ende schon abzusehen war, auch wenn es mir sehr schwer fiel, das einzugestehen. Dieses neue Pferd bedeutet eine unvorhergesehene Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle. Auch davon wird hier berichtet werden.

Ich würde mich als „Feld-, Wald- und Wiesenreiterin“ bezeichnen, wobei das Reiten nicht im Vordergrund steht, eher der Umgang und die Pflege der  Pferde. Trotzdem ist mir eine vernünftige Ausbildung immer wichtig gewesen und es macht mir Spaß einem Pferd etwas zu vermitteln und mit ihm zu arbeiten. Wenn ich reite, dann am liebsten in der Natur. Eine Halle brauche ich nicht.

Meine Pferde sind für mich Familie, und manchmal auch  Therapeuten. Oft schon waren sie Trost in dunkleren Zeiten. Bei den vielen Wechseln und Veränderungen, die das Leben immer so mit sich bringt, waren die Pferde immer die eine Konstante in meinem Leben, ich bin ihnen und sie mir treu geblieben.

 

 

Auf zu Neuland! Der Umzug und die Folgen

Zunächst hatte ich eine Teilzeitreitbeteiligung auf Sabrina, ich zahlte die Hälfte der Stallmiete und dafür ging die Stute einige Reitstunden am Tag. Anfangs war dieses Arrangement mir Recht, denn ich musste nicht jeden Tag zum Stall um die STute zu bewegen.
Aber auf Dauer war das keine Lösung. Wenn ich dann reiten wollte, hatte ich kein gutes Gefühl, wenn Sabrina vorher schon in den Reitstunden gelaufen war. Außerdem bestimmte immer noch die Mitbesitzerin über die Haltung. Dort bekamen die Pferde nur altes Brot zu fressen, insgesamt war der Stall nicht pferdegerecht, keine Weiden und nur Einzelboxen. Eine aufblasbare Halle und ein Reitplatz. Allerdings war das Reitgelände drum herum sehr schön und weitläufig, wenn auch am Rande der Landeshauptstadt, aber dort war es schon immer sehr schön ländlich.
Eines Tages war es mir dann zu bunt: immer diese Scherereien mit der Stallbesitzerin, der nicht pferdegerechte Umgang und die schlechten Haltungsbedingungen. Aus Irland wusste ich, dass es auch anders geht, besser.
Nach etwa einem halben Jahr war mir klar, dass ich Sabrina ganz für mich alleine haben wollte. Ich kaufte sie zu einem – im Nachhinein überhöhten Preis, denn sie war aufgrund ihrer Verschleißerscheinungen sicher nicht mehr wert als der Schlachtpreis. Und hätte ich sie nicht genommen, wäre sie auch dort gelandet: in der Pferdemetzgerei.
Es stand ohnehin ein Ortswechsel an: ich wollte in die Stadt ziehen, in der ich eine feste Anstellung hatte. Mein Partner wollte das auch mit mir und den Pferden. Er hatte sich inzwischen einen total durchgeknallten, fast unreitbaren Fjord aufschwatzen lassen, im wahrsten Sinne ein Schlitzohr, denn eines seiner Ohren war wirklich in 2 Teile geschlitzt.
Wieder so ein Opfer menschlichen Versagens, oder menschlicher Gleichgültigkeit, dieses Pony war lebensgefährliche, aber dazu dann ein anderes Mal.
Ich besaß nun endlich ein eigenes Pferd! Zubehör wurde angeschafft und ausprobiert und wieder abgeschafft. Sättel gekauft und verkauft, Trensen….der ganze Fundus, der in Sattelkammern in Schränken vor sich hindümpelt. Man hat von allem zuviel, aber nie genug.
Zwischenbemerkung:
(Obwohl ich viel zu viel Zeug von meinem Pferden herumliegen habe, musste ich doch für den Neuen, den Andalusier von Dezember 2014 noch kaufen: 2 Gebisse, 1 portugiesische Kandare, eine Serreta, ein Kimblewick, ein spanisches Kopfstück, ein Westernpad, was nicht passt…..man wird irgenwie nicht klüger mit der Zeit. Was ich momentan davon benutze: ab und an den Kappzaum, der sehr teuer war, gute spanische Handarbeit und eine ganz normale doppelt gebrochene Trense aus dem Reiterladen, wo ich auch mein Futter und meine Möhren kaufe)
zurück zur Geschichte:
Jetzt stand also der Umzug in eine andere Stadt an und die Suche nach einem neuen Stall. Aber ich suchte nicht lange, sondern nahm das mir Bekannte…einen Mietstall, der seine Schulpferde auch zu unbegleiteten Ausritten verlieh.
Dieser Stall hat heute immer noch einen schlechten Ruf, aber damals kümmerte mich das nicht, denn er liegt mitten in einem tollen Reitgebiet und hat eine Halle. Das genügte meinen damaligen Ansprüchen.