die spanische Herausforderung, Teil 2

Abgesehen vom Umgang mit der Stute war Macho recht lieb, aber auch ein ziemlicher Flegel und Dickkopf. Wenn ihm etwas nicht passt, zeigt er es deutlich. Kopfschütteln beim Auftrensen, Scheuen vor allem Möglichen, nervöses Gehampel am Strick, Weglaufen…die ganze Palette sozusagen von Ärgernissen.

Nach den beiden Unfällen mit mir und der Einstellerin war für mich oberstes Ziel, ihm den Respekt vor Menschen bei zu bringen.

Meine anderen Pferde waren sehr einfach im Umgang gewesen, hin und wieder hatte es mal kleinere Meinungsverschiedenheiten gegeben, aber im Grunde war man sich einig zwischen Mensch und Pferd.

Der Spanier war da zunächst mal eine ganz andere Nummer. Der war so auf die Stute fixiert, dass ihn nichts anderes mehr interessierte und bei der Arbeit schaute er nur dahin, wo sie war.

Einmal war ich mit ihm ausgeritten und hatte die Stute als Handpferd dabei. Ich wollte danach noch mit ihm alleine eine Runde auf dem Reitplatz reiten, sozusagen als Anti-Klebetraining, und ließ die Stute am Stall angebunden stehen.

Er ging sehr zögerlich die paar Meter mit mir zum Reitplatz zurück, aber er ging. Dort wendete ich in einer Ecke und dann passierte das, womit ich nicht gerechnet hatte: er raste auf einmal los im Renngalopp in Richtung Stall. Das sind vielleicht 100 Meter, da bekam ich ihn nicht mehr eingefangen und musste also mit, ich war auch viel zu geschockt um zu reagieren.

Bei der Stute angekommen, blieb er brav stehen, als wenn nichts gewesen wäre. Ich war ja auch oben geblieben, da er nur galoppiert war und nicht gebuckelt hatte.

Ich regte mich erst einmal nicht auf, dreht ihn noch mal in Richtung Reitplatz, lenkte ihn bis zur Aufsteighilfe und stieg dann ab.

Aber ab da ritt ich ihn nicht mehr alleine, sondern nur in Begleitung der Stute, aber auch nur dann, wenn sie geritten wurde.

Es passierte auch noch einige Male, dass er sich als Handpferd erschrak und einmal riss er sich sogar los, blieb aber nach wenigen Metern im Feld einfach stehen und ließ sich wieder mitnehmen.

Vor diesen Ereignissen war mir schon einmal ein Malheur mit ihm passiert:
er hatte auf der Straße kurz hinter dem Stall einen Hufschuh verloren, ich stieg also von ihm ab und hob den Schuh auf, dabei hielt ich den Zügel nicht richtig fest. Das nutzte er aus und floh in Richtung Stall – die Stute angebunden am Sattelhorn musste mit. Mir passierte nichts, aber es war mir peinlich zu Fuß zurück gehen zu müssen.

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